Die Aktien von DocMorris ziehen am Freitag im frühen Handel um 3,1 Prozent auf 6,55 Franken an, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) 0,36 Prozent vorrückt. Die Valoren der hiesigen Online-Apotheke blicken auf einen Wochengewinn von 19,2 Prozent zurück und liegen nun auf dem höchsten Stand seit 15. Januar. 

DocMorris hatte im ersten Quartal 2026 mehr umgesetzt, wie das Unternehmen am Donnerstag berichtete. Gleichzeitig wurden die Break-even-Ziele für den bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) und den Cashflow bestätigt. Gerade beim elektronischen Rezept (Rx) wusste das Wachstum zu gefallen. Auf Jahresbasis zog dieses um 26,4 Prozent an, während der Bereich Personal Care schwächelte. 

Die Tatsache, dass im ersten Quartal 2026 der Verlust auf Stufe adjustierter Ebitda auf 6,3 von 16,1 Millionen Franken reduziert werden konnte, ist positiv, so die Einschätzung des ZKB-Analysten Gian Marco Werro.

Trotz dieser Fortschritte ist der ZKB-Experte weiterhin zurückhaltend in seiner Einschätzung. Sollte DocMorris die schwierige Gratwanderung zwischen Wachstum und Kosteneffizienz nicht schaffen, dann dürfte die Liquidität bis Ende 2027 knapp werden. 

Die Wandelanleihe von 50 Millionen Franken mit Fälligkeit 2028, einem Umwandlungspreis von 6,54 Franken und einer Conversion Prämie von 20 Prozent über dem Umwandlungspreis könnte jedoch zusätzliches Eigenkapital bringen. Ebenso könnte das Abstossen von TeleClinic mit einem geschätzten Wert von 200 Millionen Franken bei einem Teilverkauf Gelder in die Kasse spülen. Der ZKB-Analyst stuft den Titel mit «Marktgewichten» ein. 

Etwas wohlwollender tönt es bei der Deutschen Bank. Deren Analyst betont, DocMorris sei gut ins Jahr gestartet - geprägt von einem beschleunigten sequenziellen Wachstum im deutschen Arzneimittelgeschäft und einer deutlichen Verbesserung des bereinigten Ebitda.

Das Unternehmen dürfte sein Ziel, die Gewinnschwelle im Laufe des Jahres 2026 zu erreichen, gut schaffen. Dies dürfte sich positiv auf den Aktienkurs auswirken. Zu einer Hochstufung des Ratings oder des Kurszieles konnte sich der Analyst der Deutschen Bank aber nicht durchringen. Die Einstufung lautet weiterhin «Hold» mit einem Kursziel von 4,50 Franken. Das entspricht einem Abwärtspotenzial von etwas mehr als 30 Prozent. 

Gemäss AWP-Analyzer stufen fünf Analysten den Titel mit «Kaufen», vier mit «Halten» und einer mit «Verkaufen» ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 8,24 Franken. 

Der niederländische Grossaktionär von DocMorris, CEPD, wehrte sich derweil gegen Darstellungen zu möglichen Übernahme-Absichten. CEPD plane keine Übernahme von DocMorris «durch die Hintertür», hiess es in dem am Donnerstagnachmittag veröffentlichten Papier.

Solche Darstellungen seien «sachlich falsch, absichtlich irreführend und darauf ausgelegt, die Aktionäre von fünf Jahren Governance-Versagen abzulenken», hiess es weiter. Das Versagen des Managements habe dazu geführt, dass 98 Prozent des Aktienwerts von DocMorris vernichtet worden sei.

Die Forderungen an DocMorris von CEPD seien bekannt und noch immer die gleichen: Eine verbesserte Governance, eine disziplinierte Kapitalallokation sowie der Bau einer führenden, profitablen «Healthcare in One Click»-Plattform in Europa.

CEPD hält rund 15 Prozent an DocMorris und fordert einen weitreichenden Umbau des Verwaltungsrats mit drei eigenen Vertretern sowie die Absetzung von Präsident Walter Oberhänsli. Die Generalversammlung ist auf den 12. Mai angesetzt.

(cash/AWP)