Die Aktien von Gurit ziehen am Dienstag um 16 Prozent auf 30,50 Franken an. Das ist der höchste Stand seit September 2024 und entspricht einem 18-Monate-Hoch. Es kommt mit Ansage, da die Titel des Verbundwerkstoffspezialisten schon seit vergangenem Herbst Aufwärtsdrall haben. Damals waren sie rund 10 Franken wert, ein Drittel dessen, womit sie momentan bepreist werden.
Kurstreiber am Dienstag ist die jüngste Einschätzung von Octavian. Die zuständige Analystin des Brokers stuft das Rating für Gurit auf «Buy» von «Hold» hoch. Zudem erhöht sie das Kursziel auf 52 von 13,50 Franken. Anders formuliert: Anleger können mittelfristig auf einen 70-prozentigen Kursgewinn hoffen.
Wie die Analystin schreibt, stuft sie Gurit aufgrund eines verbesserten operativen Profils nach der Umstrukturierung, wegen stärkerer Endmärkte sowie einer anspruchslosen Bewertung hoch. Die Originalausrüstungshersteller für Windkraft hätten 2025 Rekordaufträge gemeldet, die sich kurzfristig auch 2026 in einer stärkeren Nachfrage bei Gurit niederschlagen dürften.
Darüber hinaus blieben die Verkaufspreise stabil, und die Inflation bei den Rohstoffen sei laut Angaben des Unternehmens bislang begrenzt. Das Unternehmen profitiere zudem von lokalen Lieferketten, neuen Unterwasser- und US-Projekten sowie möglichen China-Beteiligungen. Die Ertragsdynamik verbessere sich und das Risiko-Ertrags-Profil sei attraktiv, so die Expertin weiter.
Das von CEO Tobias Lührig geleitete Unternehmen kommt aus einem längeren Umstrukturierungsprozess heraus - der sich bis zuletzt auch in den Zahlen niedergeschlagen hat. So sank der Betriebsgewinn 2025 auf minus 43,2 Millionen Franken. Im Jahr davor hatte er noch bei minus 7,3 Millionen Franken gelegen. Gurit sprach von einem «entscheidenden Jahr der Transformation».
Der Blick nach vorne: Nach 2026 rechnet das Management weiterhin mit einem mittleren bis hohen einstelligen Wachstum im Windgeschäft und einem hohen einstelligen Wachstum im Nicht-Windbereich. Die Firma bestätigte Anfang März zudem das mittelfristige Ziel einer operativen Betriebsgewinnmarge von 10 Prozent.
(cash/AWP)
