Die Aktien von Partners Group sinken am Donnerstag um 1,48 Prozent und sind nun 653,60 Franken wert. Sie setzen damit den kurz- und den langfristigen Kursverfall fort. Kurzfristig: Nachdem sich die Titel ab Ende Juni von 647,00 auf 681,60 Franken hochgearbeitet hatten, sind sie in den vergangenen Tagen erneut deutlich gefallen. Langfristig: Seit dem Zwischenhoch bei 1425 Franken von Anfang 2025 haben sich die Aktien des Privatmarktspezialisten mehr als halbiert.
Grund für die Schwäche am heutigen Donnerstag ist eine Herabstufung durch die Grossbank UBS. Der zuständige Analyst geht auf «Neutral» von «Buy» und nimmt das Preisziel auf 705 von 1175 Franken zurück. Der Schritt ist verglichen mit den bisherigen Einschätzungen der Partners Group durch den UBS-Experten einschneidend. Im Januar 2025 hatte er das Rating auf «Buy» von «Neutral» angehoben und seither immer wieder bestätigt. Zudem hatte er das Kursziel trotz des zügigen Aktienpreisverfalls nur moderat gesenkt und stets über 1175 Franken gehalten.
Zur Begründung der nun erfolgten Revision schrieb der Analyst unter anderem, dass wichtige Kurstreiber nur schwer absehbar seien, die Gewinnschätzungen unter Druck stünden und bei reiferen Evergreen-Fonds weitere Rücknahmebeschränkungen nötig werden könnten. Eine solche Rücknahmebeschränkung hatte Anfang Juni einen 16-prozentigen Kurssturz innert eines Handelstages ausgelöst.
Die Rating- und Kurszielsenkung der UBS folgt auf mehrere negative Einschätzungen anderer Investmentbanken. Am heutigen Donnerstag passte Barclays das Preisziel auf 940 von 1200 Franken an, bei unverändertem «Overweight»-Rating. Vor wenigen Tagen senkte der zuständige Experte der Citigroup den Zielwert auf 700 von 940 Franken; das Rating beliess er auf «Neutral». Zuvor hatte Goldman Sachs zwar das Anlageurteil «Hold» bestätigt, aber das Kursziel auf 860 von 960 Franken zurückfahren.
Einen positiveren Standpunkt vertritt die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Sie beziffert den fairen Wert je Partners-Group-Aktie seit Anfang Juli auf 1050 Franken (zuvor: 1200 Franken). Daraus errechnet sich ein Gewinnpotenzial von rund 60 Prozent. Das Rating lautet nach wie vor «Übergewichten».
Die Bewertung der Finanzgesellschaft aus Baar sei trotz widerstandsfähiger Gewinne und robustem Wachstum des verwalteten Vermögens («Assets under Management»; AuM) auf «krisenähnliche Niveaus» gefallen. Die Aktie werde auf einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 und mit einer Dividendenrendite von 7 Prozent gehandelt. Dies impliziert nach Ansicht des zuständigen ZKB-Analysten ein Null-Wachstum der verwalteten Vermögen sowie ein erhebliches Risiko einer Dividendenkürzung. Dass es soweit kommt, hält der Experte aber für unrealistisch. Er prognostiziert eine Kundennachfrage von 29 Milliarden Franken im Geschäftsjahr 2026, was innerhalb der Guidance liegt, welche das Management kommuniziert hat.

