Die Aktien des Verbundwerkstoffherstellers Gurit ziehen am Mittwoch weiter an und legen 4,5 Prozent auf 21,30 Franken zu, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) 0,7 Prozent nachgibt. Die Valoren entziehen sich damit dem generellen Negativtrend und können auf einen Kursgewinn von 80 Prozent seit Jahresbeginn zurückblicken.
Kurstreiber war die verbesserte Guidance mit Verbesserung der operativen Marge, welche Gurit vor Wochenfrist in Aussicht stellte. Hintergrund ist der zurückliegende Verkauf verschiedener Geschäftsfelder. Die Profitabilität soll entgegen früheren Aussagen steigen. Das Unternehmen bestätige zudem die eigene Umsatzprognose von 300 Millionen Franken - Analysten hatten mit etwas tieferen Werten gerechnet.
Die Zürcher Kantonalbank.(ZKB) erhöhte am Dienstag das Rating für Gurit gleich auf «Übergewichten» von «Untergewichten». Bei der laufenden Restrukturierung zeichneten sich erste Erfolge ab, schreibt ZKB-Experte Tobias Klöpper.
So sei die Umsatzentwicklung solide, der Windmarkt stabilisiere sich und auch die operative Marge entwickle sich besser als erwartet. Trotz des jüngsten Kursanstiegs sei dies noch ungenügend in der Bewertung reflektiert, so der ZKB-Experte weiter. Er sehe einen fairen Wert je Aktie bei 24,60 Franken.
Etwas tiefer liegen die Schätzungen bei Research Partners, welche ein Kursziel von 20 Franken aufrufen. Die Einstufung lautet «Kaufen». Seit dem dritten Quartal 2025 habe sich das Umsatzmomentum leicht verbessert, betont der Analyst Eugen Perger.
Das robuste Marine- und Transportgeschäft, Kostensenkungen sowie eine Stabilisierung des Windmarkts seit Sommer 2025 trage zur Trendwende bei. Die Eigenkapitalquote sei mit rund 20 Prozent weiterhin niedrig, allerdings rechne er dank den verbesserten Erträgen und Cashflows nicht mit Kapitalmassnahmen, so der Experte von Research Partners weiter. Vor diesem Hintergrund sei die aktuelle Bewertung attraktiv.
Deutlich zugeknöpfert zeigen sich die Experten der UBS, welche am Dienstag das Kursziel auf 19 von 13 Franken erhöhten. Nach dem positiven Margenausblick für das 2. Halbjahr 2025 dürfte sich Gurit zwar in einer Phase steigender Gewinnprognosen befinden. Da die Aktie seit Veröffentlichung der Ergebnisse bereits stark gestiegen ist, dürfte dies grösstenteils eingepreist sein.
Der UBS-Experte Marti Queral Ferre erwartet künftig Margen im Bereich von 9 bis 10 Prozent, welche unterhalb der impliziten Margenprognose für das 2. Halbjahr 2025 liegen. Dies ist auf eine mögliche Stabilisierung der Rohstoffpreise und höhere Betriebskosten zum Beispiel im Einkauf und Vertrieb zurückzuführen.
Die Aktie wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von ca. 5x für 2026 gehandelt. Obwohl die Bewertung attraktiv erscheinen mag, bleiben nach Ansicht des UBS-Analysten die strukturellen Risiken weiterhin bestehen. Dies dürfte das Bewertungs-Multiple weiterhin belasten. Entsprechend will der UBS-Experte vorerst abwarten.
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