Die Aktien von Partners Group fallen am Donnerstag - entgegen vorbörslichen Trends - 7 Prozent auf 671 Franken. Das ist der tiefste Stand seit drei Wochen. Seit Jahresbeginn hat der Titel rund 30 Prozent verloren.
Im ersten Halbjahr 2026 warb Partners Group bei ihren Kunden rekordhohe 16 Milliarden Dollar an neuen Geldern ein, wie die Firma am Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte. Damit übertraf das Unternehmen Analystenschätzungen leicht. Insgesamt verwaltete Partners Group zur Jahresmitte 186 Milliarden Dollar.
Partners Group geht nun aber für das erste Halbjahr von einem Anteil der Performanceerträge unter 20 Prozent der Gesamteinnahmen aus. In Aussicht gestellt waren mittel- und langfristig 25 bis 40 Prozent. Das schmälert die Gewinnerwartungen und dürfte auf dem Halbjahresergebnis lasten, welches am 1. September publiziert wird. Angesichts gewisser Vorzieheffekte im Jahr 2025 hatte das Management für das Gesamtjahr 2026 zwar bereits mit einem Anteil der Performance-Erträge am unteren Ende der Spanne gerechnet. Nun fällt dieser schon im ersten Semester unter 20 Prozent.
Auf eine Frage an der Analystenkonferenz am Mittwochabend, ob Partners Group genügend Mittel erarbeite, um die hohe Dividende zu finanzieren, erklärte CEO Konzernchef David Layton, er gehe gegenwärtig zwar nicht von einer Veränderung der Dividendenpolitik aus, aber «ich erwarte bei unserer nächsten Verwaltungsratssitzung eine Debatte über Aktienrückkäufe im Vergleich zu Dividenden». Das verunsichert womöglich die Anleger zusätzlich.
Anfang Juni sah sich Partners Group gezwungen, die Rücknahme von Anteilen eines milliardenschweren «Evergreen»-Fonds zu begrenzen, weil sonst Notverkäufe der zugrunde liegenden Investitionen gedroht hätten. Die Ankündigung löste bei Partners Group einen Kurssturz aus, und Anleger setzten ein Fragezeichen hinter die mittelfristigen Wachstumsaussichten der Gesellschaft. Doch für das Gesamtjahr 2026 stellte die Private-Equity-Gesellschaft nun weiterhin eine Brutto-Kundennachfrage von 26 bis 32 Milliarden Dollar in Aussicht.
Jefferies-Analyst Tom Mills schreibt in einem Kommentar, die Mitteilung von Partners Group bringe keine wesentlichen neuen negativen Aspekte. Aufgrund von Rücknahmen bei einigen Evergreen-Produkten passte er aber seine Gewinnschätzungen um bis zu 9 Prozent nach unten an. Das Kursziel wurde auf 710 von zuvor 760 Franken gesenkt bei einer gleichbleibenden «Halten»-Empfehlung für die Aktie.
Für die Zürcher Kantonalbank schnitt Partners Group vor dem Hintergrund der negativen Stimmung in Bezug auf die verwalteten Kundenvermögen und die Kundenzusagen sogar sehr gut ab. Die Rücknahmen seien deutlich niedriger als befürchtet.
Die Rücknahmewelle bei ausserbörslichen Anlagen hatte im vergangenen Jahr im Private-Credit-Markt begonnen, als die Anleger ein Fragezeichen hinter die Bewertungen, Kreditvergabestandards und den Umgang von Softwarefirmen mit Künstlicher Intelligenz setzten. Mit dem Partners-Group-Fonds griffen die Abflüsse im laufenden Jahr dann auch auf Private-Equity-Anlagen über. Vor allem Privatkunden wollen sich zunehmend von ausserbörslichen Anlagen trennen, indem sie Anteile an die Fondsanbieter zurückgeben. Diese reagieren schneller auf Unsicherheiten als Profi-Anleger wie Pensionskassen, Versicherer oder Staatsfonds, die wichtigste Kundengruppe der Branche.
(Mit Material von Reuters und AWP)

