Die Aktien von Avolta fallen am Dienstagmorgen um 4,4 Prozent auf 45,72 Franken. Sie sinken damit unter den Stand von Anfang Januar sowie deutlich unter das Hoch des laufenden Jahres bei 52,70 Franken von Mitte April.
Grund für die deutlichen Verluste ist die Meldung vom Vorabend, dass der Luxusgüterkonzern Richemont in einem beschleunigten Bookbuildingverfahren die gesamte Beteiligung an Avolta bei institutionellen Kunden platziert hat. Konkret sollen 5,2 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals, genauer gesagt 7,3 Millionen Aktien, zu 45,20 Franken abgestossen worden sein. Dieser Preis liegt rund 5,5 Prozent unter dem Schlusskurs vom Montag.
Der Kursrückgang am heutigen Dienstag kann aber auch ein Kaufsignal für andere Investoren sein. Frühere Beispiele wie Galderma oder Novartis zeigen, dass die jeweiligen Valoren in der Phase nach dem Verkauf grosser Aktienpakete durch namhafte Investoren stiegen, nachdem sie in einer unmittelbaren Reaktion zurückgefallen waren (mehr dazu hier).
Zudem gab es vor wenigen Tagen einen bemerkenswert positiven Kommentar der Bank Berenberg zu Avolta. Der Markt verkenne die starke Präsenz des Reisedetailhändlers in wachstumsstarken europäischen Sommerreisezielen, nachlassende Belastungen im Kontext des Konfliktes im Nahen Osten sowie die offenbar attraktive Aufstellung in wichtigen Produktkategorien, so der zuständige Berenberg-Analyst, Luka Trnovsek. Seine Empfehlung an die Investoren: «Buy». Das Kursziel hat der Experte auf 59 von 55 Franken erhöht.
Andere Experten sind laut AWP-Analyser nicht derart optimistisch. Die meisten von ihnen empfehlen «Halten»; das durchschnittliche Kursziel liegt bei 50 Franken. Das ist weniger als das von Berenberg prognostizierte Preisziel, aber mehr als der aktuelle Kurs. Auch dies spricht für wieder höhere Notierungen und ein regeres Interesse an den Avolta-Valoren.
Mit Agenturmaterial von AWP.

