Meta erhalte in ‌den ⁠kommenden fünf Jahren Chips im Volumen von bis zu 60 Milliarden Dollar, ⁠teilte der Halbleiter-Hersteller am Dienstag mit. Gleichzeitig könne die Facebook-Mutter bis zu zehn ‌Prozent der AMD-Anteile übernehmen. Im vergangenen Oktober hatte ‌das Unternehmen eine ähnliche Vereinbarung mit ​dem ChatGPT-Entwickler OpenAI geschlossen.

AMD wird Meta weiteren Angaben zufolge Prozessoren mit einer Leistungsaufnahme von insgesamt sechs Gigawatt liefern. Dies entspricht der Stromproduktion von vier bis sechs Atomkraftwerken. Neben Chips für den Betrieb bereits trainierter Künstlicher Intelligenz (KI) ‌umfasse die Bestellung auch klassische Zentralprozessoren, sagte AMD-Chefin Lisa Su. Diese würden speziell an die Bedürfnisse von Meta angepasst. Als Reaktion auf den Meta-Deal stiegen ​AMD-Aktien im vorbörslichen Handel an der Wall Street um ​fast 15 Prozent, so stark wie zuletzt ​vor einem knappen halben Jahr.

Der Bedarf an KI-Hochleistungsprozessoren ist offenbar ungebrochen. Die grossen US-Technologiekonzerne ‌wollen 2026 insgesamt etwa 630 Milliarden Dollar in neue Rechenzentren investieren. Meta hatte vergangene Woche mit dem AMD-Rivalen Nvidia einen Vertrag zur Lieferung von ​mehreren Millionen ​KI-Chips geschlossen. Das Vertragsvolumen nannten ⁠die beiden Unternehmen nicht. Analysten schätzen es auf ​etwa 50 Milliarden Dollar. ⁠Darüber hinaus verhandelt Meta mit der Alphabet-Tochter Google über die Nutzung ‌von deren KI-Chip Tensor.

Meta werde weiterhin Prozessoren verschiedener Anbieter einkaufen und auch an Eigenentwicklungen arbeiten, betonte Santosh Janardhan, der Infrastruktur-Chef der ‌Facebook-Mutter, bei einer Telefonkonferenz am Dienstag. Der Umfang der ​geplanten KI-Investitionen mache dies notwendig.

In der US-Vorbörse steigen die Papiere von AMD zeitweise über 10 Prozent.

(Reuters)