Der Sportartikelhersteller hat im zweiten Quartal wegen höherer Kosten und eines mauen Konsumumfelds die Markterwartungen verfehlt. Der Umsatz lag bei 850,3 Millionen Franken, während Analysten im Schnitt mit knapp 880 Millionen Franken gerechnet hatten. Das Wachstum im wichtigsten Markt Amerika, der mehr als die Hälfte des Umsatzes ausmacht, verlangsamte sich währungsbereinigt auf 13 Prozent nach 17 Prozent im Vorquartal. Auch das Jahresumsatzziel wurde leicht nach unten angepasst.
Der Aktien-Absturz am Montag erinnert an den März 2024, als die Titel an einem Tag ebenfalls bis 20 Prozent nachgaben. Damals wurde für das vierte Quartal 2023 überraschend ein Verlust bekannt gegeben. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Gewinn gerechnet. Was den Schluss zulässt: Die Aktie von On ist auch fünf Jahre nach dem Börsengang in New York äusserst volatil und unberechenbar.
Ein Analyst reagiert besonders ungnädig mit On. Randal Konik vom einflussreichen Analysehaus Jefferies senkte nach den Zahlen zum zweiten Quartal das Kursziel für die Aktie von 24 Dollar auf nur noch 20 Dollar. Das liegt sogar unter dem Ausgabepreis der Aktie beim Börsengang von On am 15. September 2021 von 24 Dollar.
Konik ist allerdings der weitaus pessimistischste Analyst, der den Sportartikelhersteller bewertet. Das durchschnittliche Kursziel aller bei Bloomberg erfassten Experten liegt bei 48,60 Dollar. Allerdings werden nun wohl weitere Analysten ihre Einschätzungen für On nach unten revidieren.
Die Sportartikelbranche ist bei Investoren in diesem Jahr generell in Ungnade gefallen. Anleger haben Zweifel, ob sich der jahrzehntelange Sneaker-Boom fortsetzen wird. Andererseits drücken geopolitische und handelspolitische Spannungen auf die Konsumlaune. Die Preisnachlässe der Sportartikelhersteller in den USA und Europa sind ebenfalls nicht im Sinn von Investoren.

