Im Mai sind die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 4,2 Prozent gestiegen, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Damit legte die Inflation den zweiten Monat in Folge deutlich zu und stieg weiter über das von der US-Notenbank Fed angestrebte Ziel von zwei Prozent. Angetrieben wurde die Preisentwicklung weiter vor allem durch Kosten für Energie, die sich im Zuge des Iran-Kriegs deutlich verteuert hat.
Analysten hatten für die grösste Volkswirtschaft im Schnitt einen Anstieg in dieser Höhe erwartet. Mehr dazu hier.
Ökonomen sagten in ersten Reaktionen:
TOBIAS BASSE, NORDLB:
«Geopolitische Ereignisse spielen beim Blick auf diese Variable aktuell natürlich eine ganz besonders zentrale Rolle. Ohne neue negative Nachrichten zur Lage am Persischen Golf könnte damit im Jahr 2026 der Hochpunkt bei dieser Zeitreihe bereits erreicht worden sein. Vor allem ab dem vierten Quartal ist in einem solchen Szenario mit spürbaren Entspannungstendenzen an der US-Preisfront zu rechnen.»
ULRICH WORTBERG, HELABA:
«Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die Entwicklung der Verbraucherpreise überwiegend auf die erste Monatshälfte bezieht, in der die Benzinpreise noch deutlich erhöht waren. Inzwischen sind diese spürbar zurückgegangen, was mit Blick auf die Juni-Zahlen für eine gewisse Entspannung sprechen dürfte. Das Inflationsniveau bleibt jedoch zu hoch, sodass die Erwartungen steigender Leitzinsen wohl kaum gedämpft werden.»
(Reuters)

