Seit einer gefühlten Ewigkeit versucht Basilea das Antibiotikum Ceftobiprole auf den US-Markt zu bringen. Doch die dortige Gesundheitsbehörde FDA machte dem Basler Pharmahersteller mehr als einmal einen Strich durch die Rechnung. Zuletzt schien es, als wäre die Situation zwischen der Behörde einerseits und dem Unternehmen andererseits festgefahren.
Wie einer am Donnerstag an die Medien versandten Mitteilung entnommen werden kann, kommt nun allerdings Bewegung in die Sache. Die FDA erteilt Ceftobiprole überraschend den sogenannten QIDP-Status zur Behandlung von Staphylococcus-aureus-Bakteriämie (SAB), einer bakteriellen Infektion der Blutbahn.
Der QIDP-Status sieht ein beschleunigtes Zulassungsverfahren sowie eine Verlängerung der Marktexklusivität um bis zu fünf Jahren vor. Es wurde von der FDA ins Leben gerufen, um angesichts der zunehmenden Antibiotikaresistenzen die Entwicklung neuartiger Wirkstoffe auf diesem Gebiet voranzutreiben.
Zur Stunde gewinnt die Basilea-Aktie an der Schweizer Börse SIX noch 1,4 Prozent auf 75,65 Franken. Damit notiert sie deutlich unter den Tageshöchstkursen von 76,80 Franken.
Hohes Umsatzpotenzial auf einem anderen Anwendungsgebiet
Analysten begrüssen den QIDP-Status für Ceftobiprole, weisen allerdings darauf hin, dass die Phase-3-Studien bei an SAB erkrankten Patienten erst Mitte 2018 anläuft.

Kursentwicklung der Aktie von Basilea über die letzten 12 Monate (Quelle: www.cash.ch)
Ein hohes kommerzielles Potenzial wird dem Antibiotikum vor allem auf dem Gebiet der Behandlung von im Spital erworbenen Lungenentzündungen nachgesagt. Für diese Indikation ist Ceftobiprole erst in einigen wenigen europäischen Ländern sowie in Ländern ausserhalb Europas zugelassen.
Aktie mit ernüchternder Jahresbilanz
Händlern zufolge bewegt sich die Basilea-Aktie schon seit nahezu zwei Jahren in einem Kursband zwischen 60 und 95 Franken. Erfolgsmeldungen wie die Anfang Dezember bekanntgegebene Erweiterung der Vertriebsvereinbarung mit Pfizer für das Antimykotikum Cresemba auf China und die Region Asien/Pazifik sorgten jeweils nur für ein kursseitiges Aufflackern. cash berichtete.
Seit Jahresbeginn errechnet sich bei der Aktie ein eher mageres Plus von 2 Prozent. Zum Vergleich: Beim Swiss Performance Index notiert der Branchenindex für Aktien aus dem Gesundheitssektor um fast 15 Prozent, der Unterindex für kleine Unternehmen sogar um 20 Prozent höher.
Es fragt sich deshalb, wie vielen Erfolgsmeldungen es noch bedarf, um der Basilea-Aktie endlich wieder neues Leben einzuhauchen.
