Zudem sind im vergangenen Jahr weitere Kundengelder abgeflossen. Die Nettoneugeld-Abflüsse beliefen sich 2025 auf 864 Millionen Franken, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorging. Bereits im Jahr davor hatten die Kunden 1,1 Milliarden abgezogen. Die Aktionäre sollen eine tiefere Dividende erhalten.
Die verwalteten Kundenvermögen fielen damit um gut 9 Prozent zurück auf 5,3 Milliarden Franken per Ende 2025. Der Healthcare-Sektor habe sich vor allem im ersten Halbjahr unterdurchschnittlich entwickelt, geprägt durch Unsicherheiten rund um Medikamentenpreise in den USA, Zollthemen und Patentabläufe, begründet Bellevue den Rückgang. Zudem hätten Mittelabflüsse und die Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Franken das Ergebnis belastet.
Die durchschnittliche Vermögensbasis, an der sich die Managementgebühren berechnen, lag 23 Prozent unter dem Vorjahr. In der Folge sanken die Erträge um 25 Prozent auf 52,6 Millionen.
Dank der eingeleiteten Effizienzmassnahmen habe der Geschäftsaufwand um 16 Prozent auf 49,1 Millionen reduziert werden können. Unter dem Strich brach der Konzerngewinn dennoch auf 1,9 Millionen ein nach 9,2 Millionen im Jahr 2024.
Die Aktionäre sollen entsprechend eine deutlich tiefere Dividende von 0,15 Franken je Aktie erhalten. Im Jahr zuvor waren es 0,70 Franken pro Titel gewesen.
Erste Erholungstendenzen zeigen sich
Nach dem anspruchsvollen vergangenen Jahr seien nun aber Anzeichen einer Trendwende erkennbar, teilte Bellevue mit. Bereits im zweiten Semester habe eine Erholung eingesetzt, seit Juni seien die Kundenvermögen um rund 10 Prozent gestiegen. «Neue Preis- und Erstattungsvereinbarungen erhöhen die Planbarkeit, niedrigere oder wegfallende Zollbelastungen sowie klinische Fortschritte und M&A-Aktivitäten stärken das Vertrauen», heisst es in der Mitteilung.
2026 wird derweil als «wichtiges Übergangsjahr» bezeichnet. Investitionen in die technologische Modernisierung der Investment-Plattformen seien notwendig, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Das Unternehmen sieht sich dank solider Bilanz aber finanziell gut gerüstet dafür.
(AWP)

