Bei einer Fusion der Commerzbank durch die italienische Grossbank ⁠UniCredit könnten deutlich mehr als 10'000 ‌Arbeitsplätze beim deutschen Finanzinstitut ‌unter Druck geraten, sagte ​Jan Duscheck, Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe bei Verdi, der Zeitung «Bild» (Dienstagsausgabe). «Bei Bankenfusionen werden fast immer Doppelstrukturen abgebaut», erklärte er dem Vorabbericht zufolge.

Besonders betroffen wären ‌nach Einschätzung der Gewerkschaft zentrale Funktionen wie Verwaltung, IT und Backoffice. «Vor allem wären Tausende Stellen ​in den Zentralen in Frankfurt ​und München betroffen sowie ​in den Servicegesellschaften», sagte Duscheck. Auch im Filialnetz ‌könne es zu Überschneidungen kommen, wenn Standorte zusammengelegt würden. Nach Verdi-Angaben könnten zudem Arbeitsplätze bei ​der ​zur UniCredit ⁠gehörenden HypoVereinsbank gefährdet sein.

Duscheck kritisierte das ​Vorgehen von ⁠UniCredit-Chef Andrea Orcel. «Andrea Orcel handelt weiterhin unkalkulierbar ‌und spielt mit dem Vertrauen der Beschäftigten - aber auch mit dem Vertrauen ‌der deutschen Wirtschaft», sagte er ​der «Bild».

(Reuters)