Eine Initiative von Krypto-Befürwortern, die die Schweizerische Nationalbank dazu verpflichten wollten, Bitcoin in ihre Währungsreserven aufzunehmen, steht vor dem Aus. Die Schweizer Behörden hatten die Initiative im Dezember 2024 formell zugelassen, woraufhin die Initiatoren 18 Monate Zeit hatten, um für eine Verfassungsänderung zu werben. Die Kampagne steht nun kurz vor dem Abbruch, nachdem sie nicht genügend Unterschriften sammeln konnte, um eine Volksabstimmung in der Schweiz zu initiieren. Die Bitcoin-Initiative teilte mit, sie habe nur etwa die Hälfte der 100.000 Unterschriften gesammelt, die bis zum 30. Juni 2026 für ein Referendum erforderlich gewesen wären.
Die SNB hat die Idee, Kryptowährungen in ihre Reserven aufzunehmen, stets abgelehnt. Die Kurse seien zu volatil und der Markt nicht liquide genug für die Währungsreserven einer Zentralbank. Eine Stellungnahme zum Scheitern der Initiative lehnte die Bank ab. «Kryptowährungen erfüllen nicht die Anforderungen der SNB an Währungsreserven», erklärte die Notenbank. Sie verwies auf ihre Richtlinien, wonach sich die Bilanz je nach Bedarf ausweiten oder verkürzen lassen muss, während die Reserven ihren Wert behalten sollen.
Kampagnengründer Yves Bennaim sagte der Nachrichtenagentur Reuters: «Wir wussten von Anfang an, dass die Chancen gering waren.» Unterschriften seien nicht das einzige Ziel der Kampagne gewesen. Diese sah vor, dass die SNB neben ihren umfangreichen Gold- und Devisenreserven auch Bitcoin hält. Zudem habe die Kampagne gute Fortschritte auf dem Weg gemacht, ihr Ziel eines Tages zu erreichen, sagte Bennaim. «Vorerst werden wir die Initiative auslaufen lassen.»
Weitere Zentralbanken haben bereits geprüft, ob Bitcoin oder andere digitale Vermögenswerte als Reserven dienen könnten. Im vergangenen Jahr kaufte die Tschechische Nationalbank für eine Million Dollar die Kryptowährung sowie andere Blockchain-basierte digitale Anlagen, um Erfahrungen mit digitalen Märkten zu sammeln. Andere Institutionen wie die Europäische Zentralbank (EZB) zeigten sich skeptischer und betonten, Zentralbankreserven müssten «liquide und sicher» sein.
Bennaim wies den Vorwurf zurück, Bitcoin sei illiquide, und verwies auf ein tägliches Transaktionsvolumen in zweistelliger Milliardenhöhe. Bitcoin hat im Jahr 2026 bislang 7,5 Prozent an Wert verloren, nachdem die Anlage bereits im Vorjahr ein Minus von 6,4 Prozent verzeichnet hatte.
Die Initiative sei ein Versuch gewesen, die SNB zur Prüfung einer Technologie zu bewegen, die das globale Finanzwesen verändere. Befürworter wie Bennaim argumentieren, Bitcoin würde helfen, das Risiko jenseits von Dollar- und Euro-Anlagen zu streuen. Diese machen derzeit drei Viertel der Devisenreserven der SNB aus. «Bitcoin ist eine Alternative zum Dollar oder zum Euro und ist international neutral, wie die Schweiz», sagte er.
(Reuters)

