Der BKW hat im vergangenen Jahr das traditionelle Energiegeschäft einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eine Beteiligung an einem Kohlekraftwerk in Deutschland sowie eine Wind- und Wasserflaute belasteten das Ergebnis.

Die Beteiligung am Kohlekraftwerk Wilhelmshaven in Deutschland musste in den Büchern ausserordentlich nach unten korrigiert werden, was beim Betriebsergebnis EBIT mit 114 Millionen Franken zur Last fiel. Das Werk dürfte künftig weniger Strom produzieren als zuvor erwartet. Ausserdem schwanken die Strompreise weniger als früher, was den Erlös drückt.

Damit brach der EBIT der Gruppe um 29 Prozent auf 561 Millionen ein. Für das laufende Jahr 2026 rechnet das Unternehmen aber wieder mit einem operativen Ergebnis zwischen 650 und 750 Millionen Franken. Die höheren abgesicherten Strompreise würden sich positiv auswirken. Und bis 2030 soll der Betriebsgewinn auf 1 Milliarde Franken ansteigen.

Wenig Wind und Wasser

2025 blieb dem Berner Energiekonzern unter dem Strich lediglich noch ein Reingewinn von 388 Millionen Franken (-40 Prozent). Die Aktionäre erhalten dennoch eine um 10 Rappen höhere Dividende in der Höhe von 3,80 Franken je Aktie. Die Dividende sei unberührt von der Wertberichtigung, da diese nicht cash-wirksam sei, sagte Finanzchef Martin Zwyssig am Mittwoch an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich.

Die Gesamtleistung der BKW-Gruppe nahm im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 Prozent auf 4,5 Milliarden Franken ab, wie es am Mittwoch weiter heisst. Im Geschäftsfeld «Energy Solutions» - dem Energieproduktions- und -handelsgeschäft - drückte eine wetterbedingt tiefere Stromproduktion aus Wasser- und Windkraft auf das Ergebnis.

Zudem lag das Handelsergebnis wie vom Unternehmen erwartet unter dem Vorjahr - wegen einer weiteren Normalisierung der Energiemärkte, die unter anderem eine sinkende Volatilität bei den Terminmarktpreisen zur Folge hatte. Am kurzfristigen Spotmarkt sei die Volatilität dagegen hoch geblieben, zudem habe die Nachfrage nach flexiblen und kundenspezifischen Energielösungen weiter zugenommen, so die BKW.

Dienstleistungen mit tiefer Marge

Derweil ist das «neuere» Dienstleistungsgeschäft auf dem Weg, profitabler zu werden. Im Bereich «Infrastructure & Buildings» nahm der EBIT um 41 Prozent auf 80 Millionen Franken zu. Die BKW habe als grösste Anbieterin von Architektur- und Ingenieurleistungen im DACH-Raum weitere Grossvorhaben gewonnen.

Die operative Marge stieg auf 4,0 Prozent von 2,9 Prozent im Vorjahr. Bis spätestens 2030 soll diese 8 Prozent erreichen. Dieses Ziel gelte weiterhin, wäre es früher möglich, sei das zwar auch schön, sagte BKW-Chef Robert Itschner. Man wolle in dem Bereich aber jetzt erst einmal «eine sehr solide Struktur» aufbauen. So bezeichnete auch Finanzchef Zwyssig das vergangene Jahr im Dienstleistungssegment als «weiteres Übergangsjahr» mit operativen Fortschritten.

In den Jahren zuvor wurden zahlreiche Firmen für Infrastruktur- und Gebäudelösungen zugekauft, was auch Probleme mit sich brachte. Das Management wollte sich daraufhin etwas von dem zuvor stark ausgeprägten Netzwerk-Ansatz abwenden - mit weniger Eigenständigkeit der einzelnen Firmen, überall gleichen Massstäben und mehr Synergien innerhalb der Gruppe.

Sechs neue Firmen

2025 übernahm der Bereich «Infrastructure & Buildings» auch wieder sechs neue Unternehmen mit insgesamt rund 100 Vollzeitstellen, wie CEO Itschner am Mittwoch sagte. Die ganze Gruppe besteht insgesamt mittlerweile aus über 12'000 Mitarbeitenden in 140 Unternehmen in der Schweiz und ganz Europa.

(AWP)