Es ist die Nachricht des Tages: Swiss Re und Softbank legen die Gespräche über eine Minderheitsbeteiligung erfolglos bei.

Im Zuge dessen stirbt auch die Hoffnung, dass sich der japanische Technologiegigant mit einem lukrativen Angebot direkt an die Aktionäre des Rückversicherungskonzerns richten könnte.

Woran die monatelangen Gespräche letztendlich scheiterten, ist nicht bekannt. Was eine zukünftige Zusammenarbeit anbetrifft, so halten sich die beiden Unternehmen allerdings alle Möglichkeiten offen.

Nachdem die Swiss-Re-Aktie vergangene Woche fast 4 Prozent eingebüsst haben, erholt sie sich an der Schweizer Börse SIX zu Stunde noch um 0,6 Prozent auf 91,22 Franken. Die Tageshöchstkurse liegen gar bei 91,74 Franken.

Starke Bilanz macht Aktie attraktiv

Der Versicherungsanalyst von Baader-Helvea zeigt sich nicht sonderlich überrascht, dass die monatelangen Verhandlungen zu keinem Ergebnis führten. Er verweist dabei auf entsprechende Mutmassungen.

Seines Erachtens bleibt die Aktie von Swiss Re alleine schon aufgrund der starken Bilanz ein Kauf. Dank der starken Bilanz könne das Unternehmen sowohl Wachstumsmöglichkeiten wahrnehmen als auch Kapital an die Aktionäre zurückführen, so schreibt der Analyst. Mit 110 Franken liegt das Kursziel denn auch um gut 20 Prozent über dem Schlussstand vom Freitag.

Berechnungen des Analysten zufolge zahlt Swiss Re über die Dividende und das Aktienrückkaufprogramm jährlich mehr als 8 Prozent an die Aktionäre aus. Das macht den Rückversicherungskonzern zum grosszügigsten Unternehmen aus dem Swiss Market Index (SMI).

Als "nicht überraschend, aber etwas enttäuschend" bezeichnet der Berufskollege bei Vontobel das erfolglose Ende der Verhandlungen. Er hätte in einer Beteiligungsnahme durch Softbank für beide Parteien Vorteile gesehen. Trotz einem leichten Bewertungsabschlag gegenüber anderen Rivalen stuft der Analyst die Aktie weiterhin nur mit "Hold" und einem Kursziel von 103 Franken ein.

Der Zürcher Kantonalbank fehlte hingegen von Anfang an die Geschäftslogik hinter dem Einstieg von Softbank, was nun von Swiss Re mit der Medienmitteilung bestätigt werde. Wie die Bank weiter schreibt, könnte die Börse dennoch etwas enttäuscht reagieren. Das Anlageurteil für die Aktie lautet wie bis anhin "Marktgewichten".

Im hiesigen Berufshandel teilt man eher die Meinung von Baader-Helvea, wonach die Aktie von Swiss Re auch ohne Beteiligungsfantasien attraktiv sei.

Beteiligungspläne laufend abgespeckt

Softbank wolle sich mit 10 Milliarden Dollar oder mehr an Swiss Re beteiligen, so meldete das renommierte "The Wall Street Journal" am 7. Februar. Noch am selben Abend bestätigte der Rückversicherungskonzern aus Zürich entsprechende Gespräche.

Als Swiss Re acht Wochen später zum diesjährigen Investorentag lud, war seitens der Schweizer dann noch von einer strategischen Beteiligungsnahme "von bis zu 10 Prozent" die Rede (cash berichtete).

Zwischendurch liessen auffällige ausserbörsliche Blocktransaktionen immer wieder Spekulationen wachwerden, wonach Softbank sich über den offenen Markt ein Aktienpaket schnüre.

Den meldepflichtigen Schwellenwert von 3 Prozent überschritten die Japaner allerdings nie. Nun scheiterten die Verhandlungen ganz.

Lorenz Burkhalter Redakor Ringier
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