Börse - Aktiensplit: Der Fall Tesla zeigt, was für Anleger rausspringen kann

Ein Aktiensplit ist mehr als nur Kosmetik, wenn aus einer Aktie eines Unternehmens mehrere werden. Bei Tesla hat dieser Schritt den Kurs stark in die Höhe getrieben.
05.11.2021 15:40
Von Manuel Boeck
Tesla-Elektroauto an einer Ladesäule.
Tesla-Elektroauto an einer Ladesäule.
Bild: imago images / ZUMA Press

Innerhalb der letzten drei Monate sind die Aktien von Tesla um 72 Prozent angestiegen, was grob dem Kursgewinn seit Jahresbeginn entspricht. Mit einer Marktkapitalisierung von 1,2 Billionen Dollar ist der Elektroautobauer eines der wertvollsten börsennotierte Unternehmen der Welt - hinter Microsoft, Apple, Saudi Aramco, Alphabet und Amazon.

Tesla-Mitgründer und CEO Elon Musk hat sein Vermögen dieses Jahr um 165 Milliarden Dollar auf 335 Milliarden Dollar gesteigert und ist somit dreimal so reich wie Warren Buffett. 

Kursentwicklung der Tesla-Aktien seit Jahresbeginn (Quelle: cash.ch).

Die Preis von über 1200 Dollar pro Aktie wirft die Frage auf, wann das Unternehmen erneut einen Aktiensplit ausführen wird. Mitte August 2020 kündigte Tesla bei einem Kurs von 1375 Dollar das erste und letzte Mal einen Aktiensplit an. Alle Tesla-Aktionär bekamen daraufhin am 31. August für jedes Wertpapier, das diese im Besitz hatten, fünf neue. 

Rechnet man diesen Aktiensplit heraus, so wäre die Tesla-Aktie eigentlich das fünffache ihres derzeitigen Kursniveaus wert - also rund 6145 Dollar.

159 Prozent in vierzehn Monaten

Ein Aktiensplit ist zunächst einmal eine optische Täuschung: Eine Aktie wird zwar günstiger im Erwerb - wenn eine Aktie statt 1000 Franken plötzlich 200 Franken kostet. Doch ein Aktienpaket wird durch den Aktiensplit alleine aber weder grösser noch kleiner. Auch ändert dieser Vorgang per se nichts an der Bewertung einer Aktie.

Der Einfluss eines Aktiensplits ist vielmehr psychologischer Natur. Ein tieferer Preis pro Aktie macht die Aktie besser handelbar. Der Titel sieht zudem günstiger aus und wird somit für Kleininvestoren interessanter. Dies sind alles in allem Gründe, warum Titel nach einem Aktiensplit tendenziell ansteigen. 

Für Anlegerinnen und Anleger kann daher ein Kauf nach einem Aktiensplit attraktiv sein: Wer am 1. September 2020 nach dem Aktiensplit 1000 Dollar in Tesla investiert hätte, könnte Stand heute auf ein Vermögen 2590 Dollar blicken - plus 159 Prozent in vierzehn Monaten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 398.

Vielfach steigt der Kurs jedoch bereits nach der Ankündigung des Aktiensplits. Wer am 12. August 2020 1000 Dollar in Tesla investiert hätte, könnte auf ein Vermögen 4460 Dollar blicken - plus 346 Prozent.

Tatsächlicher Einfluss schwer bestimmbar

Es muss aber auch gesagt werden, dass Tesla in diesem Zeitraum an der Börse auch von guten Produkt- und Entwicklungsnews profitiert hat. So übertraf Tesla beispielsweise im dritten Quartal trotz des weltweiten Chipmangels die Umsatzerwartungen und realisierte einen Rekord-Quartalsgewinn.

Seit September ist bekannt, dass Tesla in das Geschäft mit Energiehandel einsteigen will. Das Unternehmen ist bereits im Photovoltaik-Geschäft tätig und bietet Solarziegel an. Zudem baut Tesla die grösste Solaranlage der USA und will Strom im US-Bundesstaat Texas vermarkten.

Und bereits vor dem Aktiensplit hatte der Titel bereits starke Kursanstiege hinter sich. Ein 1000-Dollar-Investment im November 2011 hätte jetzt einen Wert von 204'000 Dollar. Eine Kursrendite von mehr als 20'000 Prozent innerhalb von 10 Jahren. 

Managements von Firmen wissen um den potentiell positiven Effekt eines Aktiensplits. Langfristig nicht positiv ausgewirkt hat sich ein solcher Schritt vom März 2015 allerdings bei Leonteq: Kurz nach dem Split erklomm der Kurs zwar ein Maximalhoch bei 225 Franken. Jetzt handelt die Aktie nach Jahren geschäftlicher Probleme der Finanzgesellschaft für 62 Franken.

 
Aktuell+/-%
Tesla Rg685.47-1.79%
Microsoft Rg260.26+1.47%
Apple Rg139.23+1.30%
Alphabet-A Rg2’234.03-0.27%
Amazon.Com Rg108.92+1.42%
Leonteq N56.00-2.78%