Börse - Genug abgestraft: Diese deutsche Tech-Aktie bietet sich jetzt zum Einstieg an

Mit Teamviewer ist ein einstiger Corona-«Profiteur» zuletzt an der Börse abverkauft worden. Das Unternehmen setzt alles auf Wachstum, auch auf Kosten der Marge. Dies dürfte sich langfristig auszahlen.
04.06.2021 14:50
Von Henning Hölder
Das Teamview-Logo vor der Frankfurter Börse am Tag des Börsengangs.
Das Teamview-Logo vor der Frankfurter Börse am Tag des Börsengangs.
Bild: Bloomberg

Mit einem Minus von 31 Prozent seit Anfang Jahr ist die Aktie von Teamviewer 2021 der drittschlechteste Wert im deutschen MDax. Der Index spiegelt die 60 grössten börsennotierten Unternehmen Deutschlands ab, die nicht im Leitindex Dax vertreten sind. Dabei galt das Tech-Unternehmen aus dem schwäbischen Göppingen lange als klassischer Corona-"Profiteur".

Die Hauptprodukte von Teamviewer sind Fernwartungssoftwares und Videokonferenz-Apps. Also genau das, was seit Ausbruch der Pandemie besonders gefragt ist.  

Folgerichtig hatte der Aktienkurs ab Pandemiebeginn bis zum Sommer 2020 von rund 30 Euro auf 52 Euro zulegen können, ein Kursplus von rund 70 Prozent. Seitdem ist bei der Aktie jedoch der Wurm drin. Zwar konnte sich der Kurs bis zu diesem Frühjahr unter dem Strich in etwa halten.

Doch Mitte März kam der grosse Schock für die Anlegerinnen und Anleger: Teamviewer meldete eine sündhaft teure Kooperation mit dem englischen Premier-League-Topklub Manchester United

Teamviewer-Aktienkurs seit dem Börsengang im Oktober 2019. Grafik: cash.ch. 

Das Unternehmen aus Göppingen im Bundesland Baden-Württemberg lässt es sich ab der nächsten Fussballsaison jährlich 46 Millionen Euro kosten, die Brust von den Spielern von Manchester United zieren zu dürfen. Das Problem: Das sind ganze zehn Prozent des aktuellen jährlichen Umsatzes von Teamviewer. Dass ein Unternehmen ein solch grossen Betrag in ein einziges Sponsoring steckt ist, ungewöhnlich, Kritiker würden sagen riskant. Der Markt goutierte den Deal mit den "Red Devils" nicht und schickte die Aktie innerhalb eines Tages 13 Prozent bachab. 

Grund war auch, dass die Bekanntgabe des Deals gleichzeitig einer Gewinnwarnung gleichkam. Denn die – unter anderem durch den Manchester-Deal – steigenden Marketingausgaben würden die künftigen Margen von Teamviewer auf mittlere Frist schmälern, wie das Unternehmen damals mitteilte. Konkret rechnet Teamviewer statt wie bisher mit 56 Prozent operativer Marge mittelfristig nur noch mit etwa 49 bis 51 Prozent. 

Wachstum wichtiger als Marge 

Anfang Mai sorgte Teamviewer mit der Präsentation der Quartalszahlen erneut für Ernüchterung. CEO Oliver Steil, der Anfang der 2010er-Jahre auch mal Chef von Sunrise war, stellte die Anlegerinnen und Anleger darauf ein, dass das erste Halbjahr 2021 nicht so rund laufen dürfte wie das starke Vorjahressemester, das stark von der Pandemie geprägt gewesen war.

Das alles führte dazu, dass die Aktie aktuell rund 40 Prozent unter ihrem Hoch vom Sommer 2020 notiert. Mit 30 Euro ist sie derzeit wieder genau so viel wert wie vor dem Ausbruch des Coronavirus. 

Teamviewer setzt mit seiner Strategie voll auf Wachstum und nimmt dabei vorübergehende Abstriche bei den Margen in Kauf. Das Management rechnet damit, dass sich die teuren Sponsoringverträge, zu denen auch eine Partnerschaft mit dem Formel-1-Team Mercedes AMG Petronas zählt, spätestens ab 2025 auszahlen werden. Zudem nimmt das Unternehmen viel Geld in die Hand, um Unternehmen aufzukaufen, die strategisch ins Portfolio passen. 

Im vergangenen Jahr kaufte Teamviewer etwa den Bremer Softwarespezialisten Ubimax, um seinen Bereich Augmented-Reality-Software zu stärken. Dazu kaufte man in diesem Jahr noch die US-Firma Upskill und den 3D-Visualisierer Viscopic. Zuletzt erwarb Teamviewer die österreichische Firma Xaleon, die Software für die Online-Kundenbetreuung anbietet. 

Analysten heben den Daumen

Das Unternehmen hat also Grosses vor und könnte für Anlegerinnen und Anleger derzeit eine äusserst günstige Gelegenheit bieten, in einen Tech-Gewinner von Morgen einzusteigen. Das sehen auch die Analysten so. Von 15 von Bloomberg befragten Analysten empfehlen derzeit deren 13 die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 47,2 Euro. Das entspricht einem Ertragspotenzial von rund 57 Prozent. Am optimistischsten sind die Analysten von RBC Capital. Sie sehen den Kurs gar bei 64 Euro, was mehr als einer Verdopplung gleichkäme. 

Der grosse Schock über die mittelfristig sinkenden Margen dürfte im Aktienkurs mittlerweile eingepreist sein. Anlegerinnen und Anleger bietet sich mit Teamviewer eine gute Gelegenheit, günstig in eine Tech-Aktie mit grossem Potenzial einzusteigen. 

 
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