+++Börsen-Ticker+++ - US-Börsen: Arbeitsmarktbericht überlagert Zollsorgen

Die Anleger an der Wall Street haben am Freitag dank gut aufgenommener Arbeitsmarktdaten die Angst vor den Auswirkungen der globalen Handelskonflikte verdrängt.
06.07.2018 22:56
Die Trader an der Wall Street freuen sich.
Die Trader an der Wall Street freuen sich.
Bild: Bloomberg

22:30

In der Spitze sogar bis auf 24 520 Punkte gestiegen, brachte der Dow Jones Industrial immerhin ein Plus von 0,41 Prozent auf 24 456,48 Punkte über die Ziellinie. Seinen Zugewinn in dieser Handelswoche baute er damit auf fast 0,8 Prozent aus.

Die New Yorker Börsen profitierten allgemein davon, dass die US-Wirtschaft im Juni mehr Arbeitsplätze geschaffen hatte als erwartet und die Lohnentwicklung weiterhin nur verhalten gewesen war. "Dies dämmt den Inflationsdruck ein und bringt so die Notenbanker von der Fed bei ihrem Zinserhöhungskurs nicht weiter in Zugzwang", sagte ein Marktbeobachter.

Der Zollstreit zwischen den USA und China ging zu Wochenschluss mit gegenseitigen Sonderzöllen in die nächste Runde, was unter Anlegern aber schon seit Tagen viel diskutiert worden war. Sie sehen in dem Konflikt schon länger eine Gefahr für das Wirtschaftswachstum. Die schweizerische Bank Credit Suisse gibt bis dato aber noch Entwarnung: Laut dem Marktexperten John Woods signalisieren die jüngsten Wirtschaftsdaten sogar eine beschleunigte Dynamik.

Bei den Einzelwerten ragten die Aktien des Biotech-Unternehmens Biogen nach einem Erfolg bei einem möglichen Alzheimer-Medikament an der Nasdaq mit einem Kurssprung um fast 20 Prozent heraus. In einer Phase-II-Studie mit Alzheimer-Patienten in einem frühen Stadium habe der Antikörper BAN2401 das Fortschreiten der Krankheit deutlich verringert, teilten Biogen und sein japanischer Partner Eisai mit.

Ansonsten war der Nachrichtenfluss auf Unternehmensebene dünn. Einige Konzerne mit grossem globalem Fussabdruck wurden Börsianern zufolge vom Handelsstreit mit China beeinträchtigt. Im Dow zum Beispiel waren die Titel des Baumaschinenherstellers Caterpillar mit minus 0,3 Prozent einer der wenigen Indexverlierer.

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17:45

Die Schweizer Börse hat am Freitag leicht nachgegeben. Der von den USA losgetretene Handelsstreit mit China und Europa sei das dominierende Thema, sagten Händler.  Der SMI notierte mit 8697 Punkten um 0,3 Prozent höher.

Schwächer waren Finanzwerte und zyklische Aktien: Die Anteile der Versicherer Zurich und Swiss Life und der Grossbanken Credit Suisse und UBS verloren etwas.

Der Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB holte die Verluste zum Schluss wieder auf. Der Elektrotechnikkonzern übernimmt die in Privatbesitz stehende AB Rotech. Die Papiere der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch wurden um 0,3 und 0,2 Prozent tiefer bewertet.

Bei den SMI-Schwergewichten legte der Lebensmittelwert Nestle um 0,6 Prozent zu. Die Pharmaanteile Novartis und Roche rückten 0,4 und 0,1 vor.

Die Marktteilnehmer sorgten sich zunehmend, dass der Handelsstreit nach dem Inkrafttreten von US-Zöllen auf chinesischen Warenimporten im Volumen von 34 Milliarden Dollar und der entsprechenden Reaktion aus Peking nun in einen Handelskrieg ausufere, der nur Verlierer kenne.

Den ausführlichen SMI-Schlussbericht lesen Sie hier.

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16:48

Der Dollar-Index markiert nach den US-Arbeitsmarktdaten ein Drei-Wochentief bei 93,921 Punkten. Der Lohnauftrieb fiel im Juni etwas schwächer als erwartet aus. Zudem belastet Händlern zufolge der Handelsstreit zwischen USA und China.

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16:29

Der Dollar hat sich gegenüber dem Franken nach der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts leicht abgeschwächt. Ein Greenback kostete nach der Datenvorlage noch 0,9891 Franken nach 0,9922 Franken unmittelbar vorher. Der Leitindex der Börse reagierte dagegen kaum.

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15:45

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete am Freitag 0,1 Prozent schwächer bei 24'329 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 notierte nahezu unverändert, der Index der Technologiebörse Nasdaq lag 0,1 Prozent höher.

Dominierend bei den Anlegern blieb der Handelsstreit. Kurz nachdem US-Zölle auf chinesische Warenimporte im Volumen von 34 Milliarden Dollar am Freitag erhoben wurden, begann China mit Vergeltungsmaßnahmen im gleichen Umfang.

Unterstützung für die Börsen lieferten starke US-Jobdaten. Positive Studienergebnisse bei einem Alzheimer-Medikament beflügelten die Aktien des US-Pharmakonzern Biogen. Sie kletterten um 20 Prozent.

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14:54

In der US-Wirtschaft sind im Juni überraschend viele Jobs geschaffen worden. Die Regierung in Washington meldete am Freitag in ihrem Arbeitsmarktbericht für Juni 213'000 neue Arbeitsplätze. Zugleich wurde der Stellenzuwachs für Mai auf 244'000 nach oben revidiert. Experten hatten für Juni lediglich mit 195'000 gerechnet.

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14:46

Das Defizit in der US-Handelsbilanz ist im Mai zum dritten Mal in Folge gesunken. Der Fehlbetrag sei um 3,0 Milliarden US-Dollar auf 43,1 Milliarden Dollar gefallen, teilte das Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas schwächeren Rückgang auf 43,6 Milliarden Dollar gerechnet.

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13:35

Positive Studienergebnisse bei einem Alzheimer-Medikament haben am Freitag die Aktien des US-Pharmakonzern Biogen beflügelt. Sie kletterten im vorbörslichen Handel an der Wall Street um elf Prozent auf 332 Dollar. Die in Tokio notierten Titel des japanischen Forschungspartners Eisai schossen um 19,5 Prozent auf den höchsten Stand seit März 2015 nach oben.

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13:01

Die Ölpreise haben am Freitag an die deutlichen Verluste vom Vortag angeknüpft und sind weiter gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete gegen Mittag 76,61 US-Dollar und damit 78 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August fiel um 55 Cent auf 72,39 Dollar.

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11:40

Der Schweizer Aktienmarkt tritt zum Wochenschluss an Ort. Stützend wirken zwar positive Konjunkturdaten aus Deutschland, doch das bestimmende Thema bleibt die nächste Stufe im Handelsstreit zwischen den USA und China. Der Swiss Market Index (SMI) steht um 11:30 Uhr unverändert bei 8'675 Punkten.

Die Agenda für Firmennews ist am Freitag weitgehend leer. Gekauft werden zu Wochenschluss wie am Vortag Aktien wie Aryzta (+1,3%), Sonova (+1,1%), Vifor (+1,0%) oder Lonza (+0,4%). Aber auch klassische Zykliker wie Dufry (+1,1%), Logitech (+0,6%) oder Geberit (+0,5%) figurieren auf den Einkaufszetteln.

Das Bild ist aber nicht einheitlich. So büssen andere konjunktursensitive Papiere wie ABB (-0,6%), LafargeHolcim (-0,1%) und Schindler (-0,4%) Terrain ein. ABB meldete den Kauf eines türkischen Roboter-Produzenten, LafargeHolcim den Eingang eines Grossauftrags aus Grossbritannien.

Die am Vortag schwachen Swatch (+0,3%) und Richemont (+0,1%) haben sich etwas stabilisiert. Die Papiere hatten zuletzt stark unter dem Konflikt zwischen den USA und China gelitten. Das Land der Mitte und Hongkong sind die mit Abstand wichtigsten Absatzmärkte für Luxuswaren und teure Uhren.

Die an den Vortagen gesuchten Finanzwerte Credit Suisse (-0,2%), Julius Bär (-0,4%) und UBS (-0,1%) fallen wieder etwas zurück. Die Veröffentlichung des Protokolls der letzten Zinssitzung der US-Notenbank brachte keine wesentlichen Impulse.

Die defensiven Schwergewichte Roche (-0,1%), Novartis (-0,1%) und Nestlé (+0,2%) heben sich in der Summe ungefähr auf.

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09:15

Der Swiss Market Index (SMI) legt zum Handelsstart mit 0,1 Prozent nur minim auf 8679 Punkte zu.

Gekauft werden die am Vortag eher schwachen Swatch (+0,7 Prozent) und Richemont (+0,5 Prozent). Diese hatten unter dem sich zuspitzenden Konflikt zwischen den USA und China gelitten. Das Land der Mitte und Hongkong sind die mit Abstand wichtigsten Absatzmärkte für Luxuswaren und teure Uhren.

Auch Titel des Personaldienstleisters Adecco stechen vor dem Arbeitsbericht aus dem USA mit einem Plus von 0,5 Prozent etwas hervor. Die Papiere profitieren auch von einer kleinen Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs.

Am breiten Markt fallen die Ams-Papiere um deutliche 2,4 Prozent. Die Credit Suisse hat ihr Kursziel für den Halbleiterhersteller um rund ein Drittel gekürzt. Die Experten begründen den Schritt mit gesenkten Prognosen für Umsatz und den operativen Gewinn im Zeitraum 2018 bis 2020. Ihre neuen Schätzungen basieren auf der Annahme, dass in Apples iPhone weniger 3D-Inhalte verarbeitet sind als zuvor.

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08:35

Der Handelskonflikt zwischen China und den USA hat die Börsen in Asien zum Wochenschluss kräftig durcheinander gewirbelt. Seit diesem Freitag gelten auf chinesische Waren im Volumen von 34 Milliarden Dollar höhere Abgaben für die Einfuhr in die USA.

Die Regierung in Peking reagierte mit Gegenzöllen. "Man kann das mit einem Boxspiel vergleichen, in dem jetzt die erste Runde eingeläutet wurde", sagte Investmentstratege Norihiro Fujito vom Brokerhaus Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Ein Handelskrieg sei nun Realität geworden. US-Präsident Donald Trump werde nicht lockerlassen. Dieser hatte erklärt, sollte China Gegenzölle auferlegen, werde die USA Abgaben auf weitere chinesische Waren verlangen. Allerdings bestehe die Hoffnung, dass im Konflikt mit China der grosse Knall in letzter Minute abgewendet werden könne, sagte Investmentanalyst Wolfgang Albrecht von der Landesbank Baden-Württemberg.

Das Barometer der Börse in Shanghai rutschte zunächst um bis zu 1,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren ab, berappelte sich aber wieder und notierte knapp ein Prozent fester. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen legte ein Prozent zu und machte Verluste aus dem frühen Handel wett. In Tokio schloss der Nikkei 1,1 Prozent fester bei 21.788 Zählern. Gefragt waren vor allem die Anteilscheine von Autobauern, nachdem US-Präsident Donald Trump den europäischen Herstellern Verhandlungsbereitschaft bei den angedrohten Auto-Zöllen signalisierte.

Die Titel von Toyota stiegen um 1,1 Prozent, Honda legten 1,4 Prozent zu und die in Seoul gelisteten Aktien von Hyundai stiegen um 2,9 Prozent. Die im Nikkei notierten Eisai-Titel schossen um 19,5 Prozent in die Höhe. Der Pharmakonzern, der mit dem US-Unternehmen Biogen zusammenarbeitet, erzielte einen Studienerfolg mit einem Mittel gegen Alzheimer. Unter die Räder kamen die Aktien von Samsung nach einer Gewinnwarnung für das zweite Quartal. Die Aktien des südkoreanischen Elektronikkonzerns verloren in der Spitze knapp drei Prozent.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) legt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um um 0,4 Prozent zu. Gestern schloss der Leitindex gerade Mal 0,1 Prozent höher.

Im Fokus dürfte der Handelsstreit der USA mit China stehen. Nach dem Inkrafttreten von US-Zöllen auf chinesische Warenimporte sieht sich die Regierung in Peking zu Gegenmassnahmen gezwungen. Anleger fürchten, dass sich der Zollstreit zwischen den weltweit grössten Wirtschaftsmächten zu einer Vergeltungsspirale ausweitet, die auch die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen könnte. Seit diesem Freitag gelten US-Zölle auf chinesische Waren im Volumen von 34 Milliarden Dollar

Unter den Einzelwerten stehen Adecco und Swatch (beide +0,7 Prozent) am deutlichsten im Plus.  Auch ABB, Credit Suisse und UBS sind mit Plus 0,5 Prozent deutlich positiv.

Auffallend ist bei den Nebenwerten das Minus von 0,9 Prozent bei AMS, was auf die Gewinnwarnung von Samsung für das zweite Quartal zurückzuführen ist.

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06:40

Der Nikkei der 225 führenden Werte stieg bis zum Nachmittag um 1,0 Prozent auf 21.757 Punkte. Der breiter gefasste Topix gewann 0,6 Prozent auf 1685 Zähler.

Gefragt waren die Aktien von Autoherstellern. So verteuerten sich die Anteilsscheine von Toyota Motor um 1,6 Prozent und die von Honda Motor um 1,9 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit der Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und der EU. Anleger setzten darauf, dass die Autobauer in Europa um höhere US-Einfuhrzölle herumkommen. Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, brachte bei einem Treffen mit den Chefs von VW, BMW und Daimler einen Komplettverzicht auf Autozölle ins Gespräch. Auch in Japan sorgte der US-Vorstoss für gute Stimmung.

Begehrt waren auch die Aktien von Taiyo Nippon Sanso mit einem Kurssprung von 13 Prozent. Für den geplanten Zusammenschluss mit dem deutschen Industriegasekonzern Linde trennt sich der US-Partner Praxair von einem Grossteil seines Europageschäfts. Der japanische Konzern Taiyo Nippon übernimmt dabei Geschäftsteile für insgesamt fünf Milliarden Euro.

(cash/AWP/Reuters)