09:15

Der SMI startet mit einem Minus von 0,25 Prozent - das ist besser als vorbörslich indiziert. Grösster Verlustbringer ist die Aktie von Nestlé mit 1 Prozent minus. Auch Richemont und Roche starten schlecht in den Handel (je 0,8 Prozent tiefer).

Die Vorgaben aus den USA und Asien fallen durchs Band negativ aus. Belastet werden die Märkte weiterhin von den anhaltenden geopolitischen Spannungen sowie den steigenden Renditen amerikanischer Staatsanleihen.

Marktteilnehmer warnen zunehmend vor einer «Gefahrenzone» am US-Anleihemarkt. Vor allem die stark steigenden Renditen langfristiger US-Staatsanleihen könnten die Inflations- und Zinssorgen weiter verschärfen, heisst es. So stieg die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe auf den höchsten Stand seit 2007.

Als besonders anfällig gelten derzeit hoch bewertete Wachstums- und Technologieaktien. Der Fokus richtet sich am Mittwoch entsprechend auf die Techwerte, wobei Nvidia als letzter Konzern aus der Gruppe der «Magnificent 7» am Abend seine Quartalszahlen vorlegen wird. Ein Augenmerk liegt zudem auf Inflationsdaten aus der Eurozone, dem Fed-Sitzungsprotokoll am Abend sowie dem US-Ölmarktbericht.

Logitech ist eine der wenigen SMI-Aktien im Plus (1,4 Prozent). Kleinere Avancen verzeichnen UBS und ABB.

Gegen den Trend klar gesucht sind Ypsomed (+10 Prozent). Das Medizintechnikunternehmen überzeugte mit starken Jahreszahlen und kündigte zudem eine Verdoppelung der Dividende an.

EFG International (-1 Prozent) notieren leicht im Plus. Der Vermögensverwalter erzielte in den ersten vier Monaten einen Rekordgewinn und verzeichnete starke Zuflüsse an Neugeldern.

Zulegen kann zudem Flughafen Zürich (+1 Prozent) nach einer neuen Kaufempfehlung durch Exane BNP.

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08:10

Der SMI wird bei Julius Bär 0,6 Prozent tiefer geschätzt. Alle 20 Indexmitglieder notieren zwischen 0,6 und 0,8 Prozent im Minus. 

Am breiten Markt fallen AMS Osram (0,4 Prozent) und Ypsomed (1,5 Prozent, Jahreszahlen) mit Avancen auf.

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06:15

Der SMI wird bei der IG Bank vorbörslich 0,76 Prozent tiefer gestellt.

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06:00

Sorgen vor anhaltend hohen Zinsen und die Zurückhaltung vor den Quartalszahlen des Chip-Riesen Nvidia haben die asiatischen Aktienmärkte am Mittwoch ins Minus gedrückt. Die japanische Börse tendierte schwächer: In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,3 Prozent auf 59'764,16 Punkte nach ‌und der breiter ⁠gefasste Topix notierte 1,7 Prozent niedriger bei 3'783,52 Zählern.

Auch in China zogen sich die Anleger zurück. Die Börse Shanghai verlor 0,6 Prozent auf 4146,16 ⁠Stellen, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen um 0,4 Prozent auf 4833,82 Punkte fiel.

In Tokio nahmen Anleger vor allem bei den zuletzt stark gelaufenen Werten ‌aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) Gewinne mit. «Dies ist eine angemessene Korrektur der Abhängigkeit des Nikkei ‌von einer kleinen Gruppe von Aktien», sagte Kazuaki Shimada, Chefstratege bei IwaiCosmo ​Securities. Zu den grössten Verlierern zählten der Technologieinvestor SoftBank mit einem Minus von sechs Prozent und der Glasfaserkabelhersteller Fujikura, der 7,7 Prozent einbüsste.

Gegen den Trend kletterten die Papiere des Zementherstellers Ube nach der Ankündigung einer höheren Dividende um 20 Prozent an die Nikkei-Spitze. Auf die Stimmung drückten zudem geopolitische Spannungen, die die Unsicherheit der Investoren schürten: In Peking empfängt der chinesische Präsident Xi Jinping den russischen Präsidenten Wladimir Putin, nur wenige Tage nach einem ‌Besuch von US-Präsident Donald Trump.

Für zusätzliche Verunsicherung sorgten die gescheiterten Tarifverhandlungen über Bonuszahlungen bei Samsung Electronics in Südkorea. Nun wollen ab Donnerstag 48'000 Beschäftigte streiken, was die weltweite Halbleiterversorgung stören könnte.

Gleichzeitig blickten die Investoren gebannt auf die nach US-Börsenschluss anstehenden Zahlen von Nvidia. Analyst Tony Sycamore von IG dämpfte jedoch die ​Erwartungen an den KI-Vorreiter: «Ich glaube nicht, dass Nvidia noch die Fähigkeit besitzt, absolut alle Erwartungen zu übertreffen und jeden ​zu schockieren, wie es bisher der Fall war.» Die steigenden US-Renditen sorgten zudem für ​Unruhe am Markt und zögen nun viel Aufmerksamkeit auf sich, erklärte der Experte weiter.

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05:30

Die Spekulationen auf längerfristig hohe Zinsen in den USA stützten den Dollar. Im asiatischen Devisenhandel gewann ‌die US-Währung geringfügig auf 158,90 Yen und legte leicht auf 6,8102 Yuan zu. Damit hat der Dollar die Kursgewinne des Yen fast vollständig wieder zunichtegemacht, die Ende April durch Interventionen der japanischen Behörden ausgelöst worden waren.

Zur Schweizer Währung notierte der Dollar 0,1 Prozent höher bei 0,7898 Franken. Parallel dazu blieb der Euro ​fast unverändert ​bei 1,1597 Dollar und zog leicht auf 0,9159 Franken an.

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05:00

Am Rohstoffmarkt blieben ⁠die Preise auf einem hohen Niveau, angetrieben von geopolitischen Risiken im Nahen Osten. Die Rohöl-Sorte ​Brent aus der Nordsee stagnierte ⁠bei 111,22 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte kaum verändert bei 104,15 Dollar. Die wichtige Handelsroute durch die Strasse von Hormus blieb faktisch ‌gesperrt. Zudem hatte US-Präsident Trump erklärt, er müsse möglicherweise doch einen Angriff auf den Iran befehlen, nachdem er einen solchen Schritt tags zuvor noch verschoben hatte, um Raum für Verhandlungen zu lassen.

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01:00

Die US-Börsen haben am Dienstag weitere Gewinnmitnahmen verzeichnet. Der techlastige Auswahlindex Nasdaq 100 schaffte es kurzzeitig knapp ins Plus, schloss dann aber 0,61 Prozent tiefer bei 28'818,84 Punkten. Mit dem dritten Verlusttag in Folge nach einem Rekordhoch verpuffte erst einmal die Hoffnung, dass die zuletzt pausierende Erholungsrally, die vom Thema Künstliche Intelligenz (KI) getragen wurde, weitergehen könnte.

Der marktbreite S&P 500 steht seit seiner Bestmarke vom vergangenen Donnerstag ebenfalls unter Druck. Für ihn ging es am Dienstag letztlich um 0,67 Prozent auf 7353,61 Punkte nach unten. Der Leitindex Dow Jones Industrial - zu Wochenbeginn einziger Gewinner - verabschiedete sich 0,65 Prozent schwächer mit 49'363,88 Punkten. Sein Rekord datiert noch aus dem Februar und damit vor dem Beginn des Iran-Kriegs.

Zu den kurzlebigen KI-Hoffnungen am Dienstag passte ein Rückblick der US-Bank JPMorgan auf die jährliche hauseigene Investorenkonferenz zu den globalen Finanzmärkten vergangene Woche. In der Wahrnehmung der Anleger, die von positiven Erwartungen dominiert würden, seien Investitionen in KI ein wesentlich stärkerer Markttreiber als geopolitische Risiken oder Stagflationsgefahren, schrieben die Experten. Als existenzielle Bedrohung gelte nicht mehr die Politik, sondern die Angst, beim Thema KI den Anschluss zu verpassen.

Ähnlich grundsätzlich positiv für die Börsen liest sich die jüngste globale Monatsumfrage der Bank of America unter zahlreichen Fondsmanagern. Demnach hat sich die Investorenstimmung auf das höchste Niveau seit Februar erholt, und die professionellen Vermögensverwalter haben ihre Barmittelbestände zugunsten von Aktien so stark reduziert wie seit über zwei Jahren nicht mehr.

Dass US-Präsident Donald Trump zunächst auf einen angeblich für diesen Dienstag geplanten Angriff auf den Iran verzichtet hat, hatte den Kursen indes schon am Montag wenig Auftrieb gegeben. Das gilt auch für iranische Medienberichte, wonach die USA dazu bereit seien, Ölsanktionen gegen den Iran vorübergehend auszusetzen. Die Ölpreise sind seitdem zwar etwas gesunken, liegen aber weiter auf einem sehr hohen Niveau, was Inflationsängste schürt. «Die Anleger sehnen ein Ende des Konflikts im Nahen Osten herbei», sagte Dan Coatsworth, Marktstratege beim britischen Anbieter von Online-Investmentplattformen AJ Bell.

Im Nasdaq 100 fanden die wichtigen Halbleitertitel keine gemeinsame Richtung. Während etwa Qualcomm und Broadcom 3,9 beziehungsweise 2,3 Prozent einbüssten, verteuerten sich Micron und Intel um 2,5 beziehungsweise 2,4 Prozent. Nvidia sanken letztlich um 0,8 Prozent. Der KI-Chip-Riese legt am Mittwoch nach Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten Zahlen für das erste Quartal vor.

Im Dow legten die anfangs schwachen Aktien von Home Depot nach einem Tief seit November 2023 eine Trendwende hin und gewannen 0,9 Prozent. Die Baumarktkette hatte im ersten Quartal erneut die Zurückhaltung der Kunden zu spüren bekommen. Ergebnisseitig schlug sie sich aber besser als gedacht.

Dass die Alphabet-Tochter Google zusammen mit dem Finanzinvestor Blackstone Rechenzentren für KI aufbauen will, half den Aktien beider Unternehmen indes wenig, wie die Kursverluste von jeweils mehr als 2 Prozent zeigten. Auch die Meldung, dass Google seine über Jahrzehnte kaum veränderte Suchmaske für die KI-Ära weiterentwickelt, verpuffte am Markt.

Amer Sports stiegen hingegen um 2,1 Prozent. Der Hersteller von Sportartikeln hob die Jahresprognose an. Zudem übertrafen die Quartalszahlen die Erwartungen.

Hyperliquid Strategies profitierten von Gerüchten, wonach die US-Börsenaufsicht den Handel mit Krypto-Versionen von Aktien vorbereite: Die Titel zogen um 12,4 Prozent an.

Die Papiere von Agilysys legten einen Kurssprung von 12,5 Prozent hin, nachdem der Software-Anbieter für das Gastgewerbe Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vorgelegt hatte. Die Aktien des Vermögensverwalters XP gaben indes nach Geschäftszahlen um 3,9 Prozent nach.

(cash/Reuters/AWP)

Daniel Hügli
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