06:15
Der SMI wird bei der IG Bank vorbörslich 0,13 Prozent tiefer indiziert. Am Vortag hatte er 1,6 Prozent dazugewonnen.
+++
06:00
Die Börsen in Asien haben am Donnerstag uneinheitlich tendiert, während Anleger angesichts der dramatischen Entwicklungen im Nahen Osten vorsichtig agierten. Der Iran signalisierte Bereitschaft, einen US-Vorschlag zur Beendigung des Golfkonflikts zu prüfen. Der fast einmonatige Krieg, ausgelöst durch gemeinsame US-israelische Angriffe auf den Iran Ende Februar, hat die Strasse von Hormus praktisch lahmgelegt - eine Route für ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen. Dies trieb die Ölpreise erstmals seit Jahren über die Marke von 100 Dollar je Barrel.
In Tokio blieb der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fast unverändert bei 53'708,04 Punkten und der breiter gefasste Topix notierte 0,2 Prozent niedriger bei 3'642,56 Zählern. Die Börse Shanghai verlor 0,6 Prozent auf 3'909,16 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,5 Prozent auf 4'516,10 Punkte.
In Südkorea gab der Kospi um 1,2 Prozent nach. «Die Schlagzeilen deuten auf einen konstruktiveren Ton hin, aber die Märkte sind unsicher, welchen Signalen sie vertrauen sollen», sagte Chris Weston, Forschungsleiter bei Pepperstone.
+++
05:45
Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 159,45 Yen und legte leicht auf 6,9016 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,7915 Franken vor. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1566 Dollar und zog leicht auf 0,9156 Franken an. Das ist ein Sechs-Wochen-Hoch des Eurokurses. Der Dollar profitierte von seinem Status als sicherer Hafen und steuert auf einen Monatsgewinn von zwei Prozent zu.
+++
05:30
Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 1,6 Prozent auf 103,89 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 1,5 Prozent fester bei 91,70 Dollar. Die Brent-Notierung liegt damit 42 Prozent über dem Vormonatsniveau - der stärkste Monatsanstieg seit Jahren. Gold legte 0,7 Prozent auf 4.537 Dollar je Feinunze zu, liegt aber trotz der Krise im Monatsvergleich 14 Prozent im Minus.
+++
01:00
Neue Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Kriegs haben den US-Börsen am Mittwoch einen weiteren Erholungsversuch beschert. Allerdings retteten die wichtigsten Indizes angesichts widersprüchlicher Aussagen der Konfliktparteien nur einen Teil ihrer Gewinne ins Ziel.
Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss mit einem Plus von 0,66 Prozent auf 46'429,49 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es letztlich noch um 0,54 Prozent auf 6'591,90 Punkte hoch. Der technologielastige Nasdaq 100 , der am Vortag deutlicher als die beiden anderen Indizes nachgegeben hatte, behauptete einen Kursanstieg von 0,67 Prozent auf 24'162,98 Punkte.
Berichten zufolge unterbreitete die US-Regierung der Führung in Teheran einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs. Pakistan habe den Vorschlag an den Iran weitergereicht, schrieben US-Medien wie das Portal «Axios» und die «New York Times». Dieser soll dem iranischen Regime grosse Zugeständnisse abverlangen. Es gehe unter anderem darum, wie künftig der Schiffsverkehr in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Strasse von Hormus geregelt wird. Die meisten Punkte adressieren laut einer gut informierten Quelle jedoch das umstrittene iranische Atomprogramm.
Nachdem Iran die Berichte über angebliche Verhandlungen zurückgewiesen und seinerseits Bedingungen für ein Kriegsende präsentiert hatte, drohte die US-Regierung mit verschärften Angriffen. Wenn der Iran die neue Realität nicht anerkenne, würden die USA härter zuschlagen als je zuvor, sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt. Nun habe die iranische Führung die Chance, mit US-Präsident Donald Trump zu kooperieren.
Die Anleger preisten «die Möglichkeit eines diplomatischen Auswegs ein», schrieb Marktbeobachter Stephen Innes. Die Lage bleibe aber fragil und damit anfällig für weitere abrupte Korrekturen. Der dominierende Faktor für die Märkte bleibe der Ölpreis, solange die Handelsströme durch die Strasse von Hormus eingeschränkt seien. Am Mittwoch rutschte der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent zeitweise unter 100 US-Dollar, notierte zuletzt aber wieder über dieser Marke.
Die vom Iran-Krieg gebeutelten Aktien von Fluggesellschaften wurden von Hoffnungen auf einen Rückgang der Ölpreise gestützt, der sich deutlich auf die Treibstoffkosten auswirken würde. Bei JetBlue sorgte zusätzlich Übernahmefantasie für einen Kurssprung von gut 13,4 Prozent. Das Nachrichtenportal Semafor hatte unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, das Unternehmen prüfe Szenarien für einen Zusammenschluss mit United Airlines , Alaska Air Group oder Southwest Airlines .
Die Titel der Bergbaukonzerne Newmont und Freeport-McMoran verteuerten sich um 2,5 beziehungsweise 1,1 Prozent. Nach Einschätzung des Analysten Mark Haefele von UBS Global Wealth Management nutzten einige Anleger den Rücksetzer am Goldmarkt als Einstiegskurse.
Für Gesprächsstoff sorgte ansonsten Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX. Beim Börsengang steht Medienberichten zufolge ein Rekorderlös von bis zu 75 US-Milliarden Dollar (rund 65 Mrd Euro) im Raum. Als Termin für die Aktienplatzierung werde der Juni angepeilt, schrieben die Website «The Information» und die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Die Fantasie dafür liess die Aktien der Branchenkollegen Rocket Lab und EchoStar um 10,3 beziehungsweise 7,4 Prozent anziehen.
Über einen Kurssprung von mehr als 16 Prozent freuten sich die Anteilseigner von ARM Holdings . Am Dienstag hatte die Ankündigung, dass der Chipentwickler erstmals auch eigene Halbleiter verkaufen und damit vom Boom rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) profitieren will, den Markt noch kaltgelassen. Erst nach Handelsende war bekannt geworden, dass ARM mit dem neuen Geschäft innerhalb von fünf Jahren jährlich rund 15 Milliarden Dollar erwirtschaften will.
Für die Titel von Terns Pharmaceuticals ging es um 5,7 Prozent auf 52,86 Dollar hoch. Der Pharmariese Merck & Co setzt seine Einkaufstour fort und will das Biotech-Unternehmen übernehmen. Die gebotenen 53 Dollar je Aktie beinhalteten einen Aufschlag von rund 31 Prozent auf den Durchschnittskurs der vergangenen 60 Tage und bewerteten das Unternehmen brutto mit rund 6,7 Milliarden Dollar, teilte Merck mit. Die Merck-Aktien stiegen um 2,6 Prozent. Über eine mögliche Übernahme hatten zuvor schon «Financial Times» und Bloomberg berichtet.
(cash/Reuters/AWP)

