06:16
Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, tendiert im vorbörslichen Handel bei der Bank IG 0,44 Prozent tiefer bei 12'940 Punkten.
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05:30
Die Aktienmärkte in Asien geben angesichts neuer Spannungen im Persischen Golf leicht nach. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japan verlor 0,3 Prozent. Die Börse in Australien fiel im ausgedünnten Handel um 0,4 Prozent. Die Märkte in Japan und Südkorea sind wegen eines Feiertags geschlossen. Die Shanghaier Börse hat am Dienstag fester tendiert. Der dortige Leitindex blieb geschlossen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen wurde ebenfalls nicht gehandelt.
Jüngste Entwicklungen im Persischen Golf bereiten den Anlegern Sorgen. Die USA und der Iran hatten am Montag im Kampf um die Kontrolle über die Strasse von Hormus neue Angriffe gestartet. «Wir hatten gestern grosse Hoffnungen, dass die US-Operation 'Project Freedom' ein Erfolg vor Ort sein würde, ich schätze, dass sie eher als humanitäre Anstrengung angepriesen wurde», sagte Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG. «Aber wie wir sehen, haben die Iraner diesen Köder nicht geschluckt... Das bedeutet, dass die Pattsituation bestehen bleibt, es war ein sehr wackeliger Start.»
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05:00
Am Devisenmarkt stand der Yen im Fokus. Die japanische Währung notierte zuletzt stabil bei 157,18 pro Dollar nachdem ein kurzlebiger Anstieg am Montag den Yen auf ein Tageshoch von 155,69 getrieben hatte. Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama hatte sich am Montag gegen spekulativen Handel mit Devisen ausgesprochen. Dies hielt die Marktteilnehmer in Erwartung weiterer Interventionen in Atem. Mit der Angelegenheit befasste Personen hatten der Nachrichtenagentur Reuters mitgeteilt, dass Tokio am Donnerstag interveniert habe, um die angeschlagene Währung zu stützen. Die Behörden könnten erneut eingreifen, wenn der Dollar-Yen-Kurs die Marke von 160 teste, die sie in der Vergangenheit verteidigt hätten, sagte Abbas Keshvani, Asien-Makrostratege bei RBC Capital Markets. Er verwies darauf, dass Tokio im Jahr 2022 «innerhalb weniger Wochen drei Interventionssalven abgefeuert» habe. «Wir vermuten, dass eine Intervention lediglich als Deckel für USD/JPY fungieren wird und nicht als Katalysator für eine anhaltende Stärke des Yen», sagte Keshvani.
Der Dollar rückte zur Schweizer Währung etwas auf 0,7838 Franken vor.
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04:45
Die Ölpreise gaben am Dienstag nach, nachdem sie am Vortag um bis zu sechs Prozent gestiegen waren. Händler verwiesen auf Anzeichen, dass die US-Marine die iranische Blockade der wichtigen Strasse von Hormus lockert und damit die Versorgung aus der wichtigen Förderregion im Nahen Osten wieder öffnen könnte. Die USA hatten am Montag eine neue Operation gestartet, um die Meerenge wieder für die Schifffahrt zu öffnen. Die dänische Reederei Maersk teilte später mit, ihr unter US-Flagge fahrender Autotransporter «Alliance Fairfax» habe in Begleitung von US-Militär den Golf über die Meerenge verlassen. Dies linderte die unmittelbare Furcht vor Lieferunterbrechungen. «Der erfolgreiche begleitete Auslauf des von Maersk betriebenen Schiffes hat dazu beigetragen, die unmittelbare Furcht vor Lieferunterbrechungen zu lindern», erklärte Tim Waterer, Chef-Marktanalyst bei KCM Trade. «Es handelt sich jedoch eher um ein einmaliges Ereignis als um eine vollständige Wiedereröffnung.»
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23:00
Anhaltende Nahost-Sorgen haben der Wall Street am Montag erneut zugesetzt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones verlor 1,1 Prozent auf 48'942 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 0,2 Prozent auf 25'068 Zähler nach und der breit gefasste S&P 500 büsste 0,4 Prozent auf 7201 Stellen ein. «Die Märkte können durch den Nebel des Krieges blicken, vorausgesetzt, dieser lichtet sich voraussichtlich in absehbarer Zeit», sagte Brian Jacobsen, Chefstratege beim Vermögensverwalter Annex. «Entscheidend ist zu erkennen, dass die aktuellen Geschehnisse vorübergehend und nicht von Dauer sind. Das vergisst man leicht, wenn man mittendrin steckt.»
Nach dem Versuch der US-Marine, die iranische Blockade der Strasse von Hormus zu durchbrechen, kam es erstmals seit Beginn der Waffenruhe zu schweren wechselseitigen Angriffen. Allerdings machten beide Seiten widersprüchliche Angaben über den Verlauf der Kampfhandlungen. Mutmassliche iranische Angriffe trafen mehrere Schiffe und setzten einen Ölhafen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) in Brand. Das US-Militär erklärte dagegen lediglich, zwei US-Handelsschiffe hätten die Meerenge sicher passiert. Zudem seien sechs kleine iranische Boote zerstört worden. Die iranischen Revolutionsgarden wiesen dies zurück und erklärten, es habe keine Durchfahrten gegeben.
Die Nordsee-Rohölsorte Brent und die US-Sorte WTI verteuerten sich um 5,5 und 3,3 Prozent auf 114,05 und 105,26 Dollar je Fass (159 Liter). Schon am Morgen hatten die Ölpreise leicht zugelegt. «Die Preise dürften weiter steigen, solange die Lieferungen durch die Meerenge eingeschränkt bleiben», sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo. Das Ölkartell Opec+ hatte am Sonntag eine Anhebung der Ölförderquoten um 188.000 Fass pro Tag für Juni beschlossen. Die zusätzlichen Mengen dürften jedoch weitgehend auf dem Papier bleiben, solange die Schifffahrt behindert ist.
Die Anleger warteten zugleich auf die Bilanzen weiterer wichtiger US-Unternehmen im weiteren Wochenverlauf. Geplant zur Veröffentlichung in den kommenden Tagen sind unter anderem die Geschäftszahlen von AMD, PayPal, Pfizer, Kraft Heinz, Walt Disney und McDonald's. Zudem stehen die Hauptversammlungen von Unternehmen wie American Express, General Electric, PepsiCo, Coca-Cola und Colgate-Palmolive auf dem Plan.
Die Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs zeigten sich optimistisch. Das Gewinnwachstum je Aktie im S&P 500 liegt demnach bei 25 Prozent und bereinigt um Sondereffekte bei immer noch kräftigen 16 Prozent. «Trotz hoher Energiepreise und geopolitischer Unsicherheit haben sich die Unternehmensausblicke und die Schätzungen der Analysten in diesem Quartal bisher als robust erwiesen», hiess es. Die Reaktion der Anleger auf übertroffene Prognosen sei bislang jedoch verhalten ausgefallen.
Das Gewinnwachstum je Aktie im S&P 500 liege bei 25 Prozent und bereinigt um Sondereffekte bei immer noch kräftigen 16 Prozent, schrieben die Analysten von Goldman Sachs in einer Studie. «Die Belohnung für das Übertreffen der Gewinnschätzungen war jedoch ungewöhnlich gering.»
(cash/AWP/Reuters/Bloomberg)

