Nun ist es soweit: Das Börsenspiel von cash.ch ist in der Nacht auf Mittwoch live gegangen. In den nächsten acht Wochen bis zum 22. April kann mit einem virtuellen Kapital von 100'000 Franken investiert, gehandelt und gezockt werden, was das Zeug hält - und das gänzlich, ohne reale Kursverluste auf dem Depot zu erleiden. Der Teilnehmer oder die Teilnehmerin mit dem höchsten Depotwert am Ende der Spielzeit holt den Siegespreis von 10'000 Franken.
Auch die cash-Redaktion geht mit einem Portfolio an den Start (ist aber nicht gewinnberechtigt) und überlegte sich, mit welchen Einzeltiteln, Exchange Traded Funds, Kryptowährungen, Rohstoffen respektive gehebelten Produkten sie an den Start gehen will. Eine der zentralen Fragen war zum Beispiel, ob man in der derzeitigen Krise der Kryptowährungen in Cyberdevisen investieren soll. Zudem galt es abzuwägen, ob auf eine Einzelaktie oder ein gehebeltes Produkt auf den zugrunde liegenden Wert gesetzt werden soll. Einhellig war aber die Meinung: Ein vorderer Rang im Börsenspiel ist wohl nur mit spekulativen Derivaten zu erreichen - natürlich mit entsprechendem Risiko. Maximal dürften im cash-Börsenspiel 15 Prozent in Derivate - sprich gehebelte - Produkte investiert werden.
Ein Anteil von je 10 Prozent wird in den Schweizer Firmen Logitech, Newron und Partners Group angelegt. Die Begründung: Die Logitech-Aktien haben seit Jahresbeginn zu stark korrigiert, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist deutlich unter den fünfjährigen Durchschnitt gefallen. Bei Partners Group ist die Ausverkaufswelle ebenfalls übertrieben - die Aktie ist in den letzten zwölf Monaten rund 40 Prozent gefallen. Die Firma weist unter den SMI-Titeln immer noch den höchsten Ertrag auf dem investierten Kapital (Roic) bei einem nunmehr sehr moderaten KGV von 16 aus. Newron Pharma könnte auf der anderen Seite nach der jüngsten Konsolidierungsphase ein neues Zehnjahres-Hoch ins Visier nehmen, da die operaitve Ausrichtung weiter Früchte tragen dürfte. Die Wahl für diese drei Titel fiel in der Redaktion einstimmig aus.
Als äusserst spekulative Wette landen 15 Prozent des Barbestandes bei Leonteq. Die gebeutelten Titel des Derivatehauses fallen derzeit von einem Allzeittief zum nächsten. Am Markt wird nun spekuliert, die Firma könnte zerschlagen respektive liquidiert werden. Die Rechnung geht dabei folgendermassen: 11,1 Milliarden Franken Aktiven stehen 10,4 Milliarden Franken Verbindlichkeiten gegenüber, das ausgewiesene Eigenkapital beträgt gemäss Daten von Bloomberg 692 Millionen Franken. Werden 40 Prozent als Kosten für die Liquidation abgezogen, stünden netto rund 415 Millionen Franken der aktuellen Börsenbewertung von 200 Millionen Franken gegenüber. Das entspricht einem möglichen Kurspotenzial von 100 Prozent. Zudem scheint das Abwärtsrisiko mittlerweile gering bei diesem Valor. Sollte der Titel aber nicht bald performen, wird die Redaktion nicht zögern, die Aktie zu verkaufen.
Zu den vier Schweizer Werten gesellen sich mit je 10 Prozent Gewichtung Amazon und Palo Alto. Die Valoren von Amazon haben das Potenzial, nach einer einjährigen Konsolidierungsphase auf neue Höchstwerte vorzustossen, da die Firma dank der starken Position im Cloudgeschäft bei der Einführung von KI-Applikationen profitieren dürfte. Palo Alto ist ein führender Anbieter von gebündelten Cybersicherheitslösungen. Das Ökosystem reduziert die finanziellen Kosten und die betrieblichen Ausfallzeiten. Die Kosten, die Dienstleistungen von Palo Alto durch einen Drittanbieter zu ersetzen, scheinen hoch zu sein. Das Potenzial zu einer Kurserholung nach dem Ausverkauf - die Aktie hat seit Jahresbeginn 22 Prozent an Wert verloren - ist intakt.
Um auf einen Rebound der Kryptomärkte zu setzen, fliessen 10 Prozent in den «21shares Crypto Basket 10 Core ETP». Dieses Exchange Traded Product ist in den zehn grössten Kryptowährungen investiert - Bitcoin macht den Grossteil des Portfolios aus, Hyperliquid den kleinsten.
Weitere 10 Prozent kommen dem «Militia Long/Short Equity ETF» zu. Das vom Hedgefondsmanager David Orr gemanagte Vehikel investiert in Aktien und verkauft gleichzeitig Aktien leer. Das heisst, auch bei fallenden Kursen sollen Kursgewinne erzielt werden. Diese Position dient als Portfoliostabilisator und sollte vor allem in seitwärts tendierenden Aktienbörsen besser als der Gesamtmarkt abschneiden.
Bei den gehebelten Produkten fiel die Wahl auf drei Call-Produkte mit einer Gewichtung von je 5 Prozent: Einen «Long-Mini-Future auf Brent Crude Oil» von Vontobel (Hebel 4,2, Abstand zur Barriere 21 Prozent), einen «Long-Mini-Future auf Swiss Re» von BNP (Hebel 4,4, Abstand zur Barriere 20 Prozent) und einen «Call-Warrant auf Walmart» von der Zürcher Kantonalbank mit einem Ausübungspreis von 120 Dollar. Bei den drei Positionen ist das Ziel mindestens eine Verdopplung des Kurses.
Die cash-Redaktion ist damit zu 100 Prozent investiert. Das Kontingent bei den Derivate-Produkten ist mit 15 Prozent ganz ausgeschöpft. Das cash-Team hat sich vorgenommen, alle Positionen aktiv zu managen. Dies kann zum Beispiel bei einem der Einzeltitel der Fall sein, sollte sich der erwartete «Investment Case» nicht wie erwartet materialisieren. Kursgewinne werden auf der anderen Seite realisiert, um unmittelbar oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder einzusteigen, sobald sich neue Chancen eröffnen.
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(cash)
