An der Tabellenspitze des cash-Börsenspiels, das am Mittwoch in die sechste Woche geht, kam es erneut zu einem Wechsel: Der bisherige Leader «superscoopy0631» bleibt zwar aktivster Trader mit 407 Transaktionen. Die Vielzahl der Trades half ihm dieses Mal aber nicht und er rutschte auf den sechsten Rang ab.
Währenddessen setzte sich «paedaericco» mit einem deutlichen Abstand vor die Konkurrenz an die Spitze. Er ist der erste Spieler, dessen Portfolio einen Kursgewinn von mehr als 100 Prozent ausweist. Aus 100'000 Franken am 25. Februar wurden bis zum 27. März 200’538 Franken bei insgesamt 243 Börsengeschäften. Da sein Konto auf «privat» gesetzt wurde, lassen sich seine Transaktionen nicht nachvollziehen.
Unter den 20 Toppositionen halten sich die früheren Leader «tradingking», «moyo» oder «superscoopy0631» auf hohem Niveau, auch wenn deren Portfolios jüngst kaum mehr grosse Kursgewinne auswiesen. Der Ruck durch das Leaderboard an der Spitze zeigt aber, dass zweistellige Kursgewinne auf Wochenbasis wie bei «superscoopy0631» oder auch «ndp» und «hebelpiguin» jederzeit drinliegen. Das Rennen um den Gesamtsieg bleibt somit spannend.
Die Anzahl der Spieler auf Schlagdistanz zum Leader mit einer Differenz von 10 Prozent schrumpfte einmal mehr. Nun sind es noch deren drei im Vergleich zu fünf vor sieben Tagen und zehn vor 14 Tagen.
Wie schwierig Börsengeschäfte in der abgelaufenen Woche waren, zeigt sich an der wieder abnehmenden Anzahl Spielerinnen und Spieler, welche mehr als 30 Prozent Kursgewinn ausweisen können. Nach stabilen Werten in den zwei Vorwochen mit 28 respektive 29 sank dieser Wert auf 25 Teilnehmende.
Ebenso ist der Gesamtwert der Portfolios im Wochenvergleich zum vierten Mal in Folge gesunken. Der Durchschnitt steht mit 5,1 Prozent unter Wasser, nach 3,1 Prozent in der Vorwoche. Das Minus von 2,0 Prozent ist der bisher höchste wöchentliche Kursverlust. Wenig verwunderlich ist in diesem Zusammenhang, dass sich nur noch 400 Portfolios im Plus befinden - vor Wochenfrist waren es noch deren 458.
Am Ende der Tabelle hat sich die Anzahl der Portfolios mit einem Kursverlust von mehr als 30 Prozent auf zehn verdoppelt, während «wrusti», «gianni22» und «sir_chc» weiterhin die drei letzten Positionen belegen. Das Börsenspiel dauert noch bis zum 22. April - Interessierte am cash-Börsenspiel können sich weiterhin hier anmelden und mitmachen.
cash-Portfolio mit kleinem Wochengewinn
Die Redaktion von cash.ch hält sich weiter sehr beachtlich im Bereich der Positionen 80 bis 88. Das Portfolio hat leicht auf einen Kursgewinn von 10,1 Prozent zugelegt. Newron und Partners Group stabilisierten sich auf tieferem Niveau, während Leonteq weiter mit Avancen auffiel. Keine Impulse kamen von den US-Titeln Amazon oder Palo Alto. Bitcoin entwickelte sich ebenfalls zu einer Enttäuschung. Die weltweit älteste Kryptowährung kommt seit Beginn des Börsenspiels nicht vom Fleck.
Bemerkenswert ist die Performance des «Militia Long Short ETF», der zu Beginn als Portfolio-Stabilisator ins Depot von cash gelegt wurde (mehr dazu hier). Der ETF hat zwar 5,7 Prozent an Wert verloren, sich aber wie erwartet besser als die bekannten Börsenindizes entwickelt. In der gleichen Zeitperiode ging es mit dem SMI (-9,1 Prozent), dem Dax (-10,6 Prozent) oder dem Dow Jones (-7,2 Prozent) stärker nach unten.
Die auferlegte Zurückhaltung der Redaktion hat sich damit auch in der abgelaufenen Börsenwoche ausgezahlt. Der Zuwachs betrug 1,4 Prozent. Der Tenor auf der Redaktion lautet deshalb: Weiter defensiv bleiben - und den Blick auf mögliche Opportunitäten nicht ganz ausblenden.
Einerseits bleiben die Unsicherheiten um den Iran-Krieg hoch, und andererseits steht der Stimmungsindikator «Fear & Greed Index» von CNN bei grosser Angst. Das hat in der Vergangenheit oftmals auf eine Erholungsrallye hingedeutet.
Ein Blick zurück zeigt aber auch, dass bei geopolitischen Verwerfungen dieser Art sogenannte Zwischenrallyes selten von Dauer waren. Meist ging es eine Woche oder zehn Tage mit den Kursen hoch, ehe die nächste Abwärtsbewegung einsetzte. Rein taktisch liegt der Fokus der Redaktion in der angelaufenen sechsten Woche auf kurzfristigen Longpositionen.
Rezessionsrisiken nicht ausblenden
Sollte die Strasse von Hormus auch für die nächsten zwei Wochen geschlossen bleiben, so dürfte sich der Fokus der Anlegerinnen und Anleger auf die Rezessionsrisiken verlegen. Die Einschätzung ist dahingehend, dass eine mögliche Rezession in den USA die globalen Aktiennotierungen auf deutlich tiefere Niveaus drücken dürfte.
Auch wenn Analysten derzeit kaum das Wort Rezession in den Mund nehmen, ordnet der Devisenveteran Kit Juckes von Société Générale (SG) wie folgt ein: Jede Rezession in den USA sei von einem sprunghaften Anstieg der Ölpreise eingeleitet worden, mit Ausnahme der kurzen Covid-Rezession von 2020, die «anders» verlief.
Seit den 1970er Jahren gingen Preiserhöhungen zudem stets mit einer Straffung der Geldpolitik einher, um langfristige Preisstabilität zu gewährleisten, obwohl die steigenden Ölpreise allgemein als Belastung für die Verbraucher wahrgenommen werden, betont der SG-Experte in einer Kundennotiz vom letzten Donnerstag. «Orthodoxe makroökonomische Modelle sprechen sich für eine Straffung der Geldpolitik aus, obwohl sich viele fragen, warum die ohnehin schon hohen Energie-, Reise- und Lebensmittelpreise durch zusätzliche Kosten für Geld noch verschärft werden sollten.»
Pablo Duarte, Senior Research Analyst beim Flossbach von Storch Research Institute, weist darauf hin, dass eine Rezession in Europa noch rascher eintreten könnte als in den USA. Perfektion sei in der Geldpolitik unmöglich. Zentralbanken bewegen sich zwischen zwei Fehlern: zu spät zu reagieren oder zu stark zu bremsen. In den Jahren 2021 und 2022 irrten sie, weil sie trotz eines massiven monetären Überhangs nicht rechtzeitig strafften.
Im Jahr 2026 könnte das Risiko ein anderes sein: dass die Zentralbanken aus Angst vor einer Wiederholung dieses Fehlers zu restriktiv reagieren, obwohl der heutige Energieschock nicht denselben inflationären Charakter hat wie damals, so der Experte von Flossbach von Storch. Wenn diese Diagnose zutrifft, könnte eine Rezession, besonders im Euroraum, früher eintreten, als es heute erwartet wird. Eine Rezession würde zugleich die nächste Phase geldpolitischer Lockerung näher rücken lassen, so die Konklusion des Analysten Duarte.
(cash)
