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Caroline Hilb - «Die Schweizer Grossbanken sind für das Traden attraktiv»

Für Anlageexpertin Caroline Hilb bietet es sich jetzt an, bei gut gelaufenen Aktien Gewinne mitzunehmen. Im Börsen-Talk sagt sie aber auch, welche Aktien zum schnell traden und welche zum länger behalten geeignet sind.
16.07.2020 21:30
Von Manuel Boeck

Der Juli "bietet" bis jetzt vieles: Die Corona-Börsenhausse geht dank Impfstoffhoffnungen in eine weitere Runde. Doch die USA und zahlreiche weitere Länder registrieren neue Höchststände bei den Corona-Neuinfektionen. Nun kommt noch hinzu, dass die Spannungen zwischen den Grossmächten USA und China neu aufflackern.

Am Donnerstag sagte ein UBS-Manager, dass Milliardäre in den kommenden Monaten Kursgewinne bei den Aktien realisieren und den Aktienbestand reduzieren wollen (cash berichtete). Die Frage nun: Sollen die Anleger gleichziehen?

Nach Ansicht von Caroline Hilb, Leiterin Anlagestrategie und Analyse der St. Galler Kantonalbank, sollten Anleger dies tatsächlich in Betracht ziehen: "Bei den Schweizer Indexschwergewichten Gewinn mitzunehmen, macht durchaus Sinn." Und auch bei den auf Rekordhochs stehenden amerikanischen Tech-Aktien sollte man Gewinnmitnahmen nicht ausschliessen, sagt Hilb im cash-Börsen-Talk. Sie fügt aber gleichzeitig an: "Mittelfristig gehören die grossen Tech-Firmen in jedes Portfolio."

Schweizer Grossbanken mit kurzfristigem Rückenwind

Gleichzeitig nimmt die Berichtsaison Fahrt auf. Am nächsten Dienstag präsentieren gleich drei Unternehmen des Swiss Market Index ihre Halbjahresbilanzen: Der Duftmittelproduzent Givaudan, der Pharmahersteller Novartis, der Warenprüfkonzern SGS und die Grossbank UBS. Die UBS-Rivalin Credit Suisse folgt neun Tage später mit ihrem Zahlenkranz.

Die Ergebnisse der US-Grossbanken diese Woche liessen schon einmal erahnen, dass auch UBS und Credit Suisse dank den erhöhten Handelsaktivitäten ein gutes Ergebnis realisieren könnten. Trotzdem sieht Caroline Hilb die Aussichten für die beiden Schweizer Grossbanken mittelfristig wegen den strukturellen Schwächen und den coronabedingten Kreditrückstellungen getrübt.

"Für das Traden sind diese attraktiv", sagt Hilb, hält UBS und CS also für kurzfristige Investments durchaus für geeignet. Bei 100'000 anvertrauten Franken würde sie diesen Betrag daher nicht vollständig und langfristig in die beiden Schweizer Grossbanken investieren: Im Finanzsektor seien die Versicherer Zurich Insurance oder Helvetia wie auch die kleineren Banken Vontobel oder Cembra interessanter. 

Welche Marktlage werden die kommenden Monate bieten? Welche Schweizer Zykliker sind momentan interessant? Warum zeigen die Aktien des Halbleiterherstellers AMS eine solch schlechte Performance? Welche europäischen Unternehmen sind momentan einen Blick wert? Und gibt es überhaupt im aktuellen Umfeld eine Alternative zu Aktien? Auch diese Fragen beantwortet Caroline Hilb im cash-Börsen-Talk.

Zum Video geht es hier.