Chinas Kreditvergabe an Afrika ist einer Studie zufolge im Jahr 2024 auf 2,1 Milliarden Dollar gesunken. Es ist der erste jährliche Rückgang seit der Corona-Pandemie, wie aus den vor wenigen Tagen veröffentlichten Daten der Boston University hervorgeht.
Die Summe beträgt weniger als ein Zehntel des Höchststandes von 28,8 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2016. Dem Bericht des Global Development Policy Center der Universität zufolge spiegelt dies Chinas Abkehr von grossen Infrastrukturprojekten wie Eisenbahnen und Strassen wider. Stattdessen konzentriere sich das Land auf kleinere, kommerziell rentablere Vorhaben.
Hintergrund sind unter anderem Verluste bei einigen Krediten, nachdem die wirtschaftlichen Belastungen durch die Pandemie Sambia, Ghana, das als Gold- und Kakaoproduzent eigentlich zu den wohlhabenderen Ländern Westafrikas zählte, und Äthiopien, das nach Nigeria bevölkerungsreichste Land Afrikas, in die Zahlungsunfähigkeit getrieben hatten.
Die Regierung in Peking setzt der Studie zufolge zunehmend auf Kredite in der Landeswährung Yuan statt in Dollar und auf ausländische Direktinvestitionen. Im Jahr 2024 finanzierte China nur sechs Projekte auf dem Kontinent. Grösster Kreditnehmer war Angola, das über riesige Ölreserven verfügt und als einer der grössten Schuldner Chinas in Afrika gilt, mit 1,45 Milliarden Dollar für die Modernisierung von Stromnetzen und Strassen. Zusammengenommen deuteten die Daten auf eine konservativere direkte Kreditvergabe hin, schlussfolgerten die Forscher.
(Reuters)

