Der Konzern, zu dem Marken wie Volkswagen, Audi, Skoda oder Porsche gehören, lieferte von Januar bis März mit 2,05 Millionen Autos vier Prozent weniger Fahrzeuge an die Kunden aus als im Vorjahr. VW-Vertriebschef Marco Schubert sprach von sehr herausfordernden wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen. «Der weltweite Automobilmarkt ging bis Ende März insgesamt zurück», betonte er. Ausgerechnet der lange lahmende europäische Markt verhinderte dabei einen noch stärkeren Rückgang. «Erfreulich entwickelten sich weiterhin unsere Auslieferungszahlen in Europa», sagte Schubert. «Hier haben wir erneut zugelegt und auch den Anteil vollelektrischer Fahrzeuge gesteigert.»
In Westeuropa legte der Absatz um 4,2 Prozent zu, in Osteuropa um 7,6 Prozent. Ein wichtiger Wachstumstreiber waren Elektroautos. Von diesen Fahrzeugen setzte der Konzern zwölf Prozent mehr ab und verteidigte seine Position als Marktführer. Inzwischen fährt jedes fünfte verkaufte Auto des Konzerns rein elektrisch. Wie wichtig der Heimatmarkt für das Elektrogeschäft ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Von 200'000 weltweit verkauften Elektroautos des Konzerns gingen 176'400 an Kunden in Europa. In den USA brach dagegen das Elektro-Geschäft fast vollständig ein auf nur noch 4000 verkaufte Autos, in China waren es lediglich 9400, das entspricht einem Rückgang um zwei Drittel binnen Jahresfrist.
In der Volksrepublik waren Anfang des Jahres einige Förderprogramme für Elektroautos ausgelaufen, was den dortigen Markt stark gebremst und vor allem die heimischen Anbieter wie BYD oder Geely belastet hatte, die nicht über ein starkes Verbrennergeschäft verfügen. Volkswagen eroberte so die Krone als Marktführer zurück. Allerdings lief es auch bei den Verbrennern in der Volksrepublik nicht rund, vor allem bei den Premiummodellen von Porsche oder Audi. Insgesamt lieferte der Konzern gerade einmal knapp 550'000 Autos in China an die Kunden aus, das sind 14,8 Prozent weniger als vor Jahresfrist.
Die Trendwende bringen sollen neue Elektroautos, die Volkswagen zusammen mit seinem Partner Xpeng entwickelt hat. Bei der Automesse in Peking wollen die Wolfsburger vier Fahrzeuge vorstellen. China-Chef Ralf Brandstätter spricht von der «grössten Produkt-Offensive der Volkswagen Group in China aller Zeiten». Audi setzt dabei in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Autobauer SAIC auf eine neue Marke, die ohne das Logo mit den vier Ringen auskommt. Ein erstes Modell wurde Ende 2025 auf den Markt gebracht. Bis Ende März wurden gut 10'000 Fahrzeuge dieses Typs verkauft, wie eine Audi-Sprecherin sagte. Das Auto steht damit für den überwältigenden Teil der gesamten Audi-Elektroauto-Auslieferungen in China zu Jahresbeginn.
In Nordamerika leidet das VW-Geschäft dagegen massiv unter den Zöllen. Von Januar bis März wurden hier konzernweit lediglich 205'500 Fahrzeuge verkauft, das sind 13,3 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Bei Audi lag der Rückgang sogar bei mehr als einem Viertel. Die Marke mit den vier Ringen leidet darunter, dass sie nicht über eine eigene Produktionsstätte in den USA verfügt, sondern ihre Autos aus Mexiko und Europa einführen muss. Der Bau eines eigenen Werks oder einer eigenen Fertigungslinie ist seit längerem im Gespräch. VW-Konzernchef Oliver Blume hat jedoch Zugeständnisse der US-Regierung bei Zöllen zur Bedingung für Investitionen gemacht.
Auch bei der Nutzfahrzeugtochter Traton ging der Absatz zu Jahresbeginn zurück. Das Unternehmen, in dem die Marken MAN, Scania, International und Volkswagen Truck & Bus gebündelt sind, lieferte sechs Prozent weniger Fahrzeuge an die Kunden aus als vor Jahresfrist. Insbesondere in Südamerika schwächle die Nachfrage, hiess es. In Europa seien die Auftragseingänge dagegen besser.
(Reuters)

