Der schwedische Autobauer reagiert darauf mit einem verstärkten Stellenabbau und will rund 6 Prozent seiner Belegschaft streichen.

Die Auslieferungen von Volvo in China sind im dritten Quartal um mehr als 40 Prozent gesunken. Bei Elektroautos dominieren lokale Marken, während der chinesische Gesamtmarkt wegen einer Ausgabenkrise schrumpft. Volvo hat für das dritte Quartal einen Verlust ausgewiesen. Die Aktie von Volvo Car fiel am Freitag in Stockholm um zeitweise 32 Prozent.

«Niemand wird mit dem alten Rezept erfolgreich sein, bei dem man globale Autos in Europa entwickelt und sie in China zu einem Premiumpreis verkauft», sagte CEO Håkan Samuelsson am Freitag in einer Analystenkonferenz. «Diese Zeiten sind vorbei.»

Mit den verschärften Sparmassnahmen folgt Volvo Herstellern wie Volkswagen und BMW, die angesichts der zunehmenden chinesischen Konkurrenz schlanker werden wollen. Zudem bauen sie lokale Partnerschaften in China und Entwicklungsteams aus, um mit neuen Funktionen besser auf den dortigen Geschmack einzugehen. Samuelssons Äusserungen deuten darauf hin, dass diese Schritte möglicherweise nicht weit genug gehen.

BMW will im kommenden Monat mit dem Verkauf seines neuen SUV iX3 in China beginnen. Der weltweit grösste Hersteller von Luxusautos senkte im Juni seinen Ausblick und verwies auf die sich eintrübenden Aussichten in seinem grössten Markt. VW folgte im vergangenen Monat.

Samuelsson räumte ein, den rasanten Wandel des chinesischen Automarktes unterschätzt zu haben. Die schwedische Marke, die seit 2010 dem chinesischen Konzern Geely gehört, wird künftig auf Technologie und Fahrzeugplattformen des chinesischen Mutterkonzerns setzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, sagte Samuelsson.

«In China muss man mit regional entwickelten Produkten und chinesischer Software zurückkommen, und da haben wir natürlich einen enormen Vorteil, weil wir diese Autos gemeinsam mit Geely entwickeln können», sagte er in einem Interview mit Bloomberg Television.

In Europa konnte Volvo seinen Absatz steigern

Die Probleme von Volvo sind am Freitag deutlich geworden, als das Unternehmen einen Verlust meldete, der deutlich höher ausfiel als von Analysten prognostiziert. Der Hersteller kündigte Kostensenkungen an, mit denen 5 Milliarden Kronen (450 Millionen Euro) eingespart werden sollen.

Neben den Problemen in China verwies Volvo auf Kosten durch Zölle in den USA und die dortige Abschaffung von Subventionen für Elektroautos.

Um wieder auf Kurs zu kommen, will das Unternehmen bis zum Ende des Jahrzehnts sieben neue Fahrzeuge für westliche Märkte sowie sechs regional zugeschnittene Modelle für China einführen.

In Europa konnte Volvo seinen Absatz steigern, obwohl sich auch dort der Wettbewerb durch chinesische Marken verschärft. Die Bemühungen der Europäischen Union, Hybridimporte aus China zu begrenzen, könnten nur vorübergehend Entlastung bringen, da Marken wie BYD Produktionsstätten auf dem Kontinent aufbauen.

Samuelsson, der im April 2025 zurückkehrte, nachdem er Volvo zuvor ein Jahrzehnt lang bis 2022 geführt hatte, bereitet die Übergabe des Vorstandsvorsitzes an den früheren Skoda-Chef Klaus Zellmer vor. Der deutsche Manager soll den Posten spätestens am 1. Oktober 2027 übernehmen.

(Bloomberg)

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