Der «Huaan Yifu Gold ETF», ein chinesischer Spot-Gold-ETF, hat den «Huatai-PineBridge CSI 300 ETF» als grössten börsengehandelten Fonds des Landes überholt. Dies verdeutlicht, wie stark die staatliche Unterstützung für den Aktienmarkt nachgelassen hat.

Der Huaan Yifu Gold ETF weist nun eine Marktkapitalisierung von 90 Milliarden Yuan (13 Milliarden US-Dollar) auf und übertrifft damit den CSI 300 ETF mit 83 Milliarden Yuan, der einst bei Chinas sogenannter «Nationalmannschaft» hoch im Kurs stand. Auf seinem Höhepunkt erreichte der CSI 300 ETF einen Wert von rund 440 Milliarden Yuan, nachdem Central Huijin Investment, eine Tochtergesellschaft des chinesischen Staatsfonds, und andere Institutionen ab 2024 massiv in den ETF investiert hatten, um den Aktienmarkt zu stabilisieren.

In diesem Jahr hat Chinas Nationalmannschaft ihre Anteile an einigen der grössten ETFs des Landes reduziert, was auf Bemühungen hindeutet, die Marktüberhitzung zu dämpfen. Die reduzierte Unterstützung könnte auch den CSI 300 Index belastet haben, der in diesem Jahr um 4,9 Prozent gestiegen ist und damit hinter dem MSCI Asia Pacific Index mit einem Plus von 21 Prozent zurückbleibt, obwohl technologieorientierte Indizes wie der Star 50 Index Rekordhochs erreicht haben.

Auch der Gold-ETF blieb von den Marktschwankungen nicht verschont. Sein Wert fiel von einem Höchststand von 136 Milliarden Yuan, da die Goldpreise in diesem Jahr nachgaben und Anleger Gelder aus dem Fonds abzogen. Eine leichte Erholung in den letzten zwei Tagen reichte aus, um ihn über den Huatai-PineBridge ETF zu heben, der in der vergangenen Woche weiterhin Abflüsse von rund 18,5 Milliarden Yuan verzeichnete – einen der grössten in Asien.

Die Umstrukturierung von Chinas grössten ETFs zeigt, wo Anleger ihr Geld investieren, da die staatliche Unterstützung für den Markt zurückgefahren wird. Die dritt- und viertgrössten ETFs des Landes sind nun der «HFT CSI Short Term Note ETF» beziehungsweise der «Hwabao WP Cash Tianyi Traded Money Market ETF». Ihr Anstieg unterstreicht die starke Nachfrage nach defensiven Anlagen wie festverzinslichen Wertpapieren und Geldmarktprodukten.

Trotz der Kursgewinne chinesischer Aktien in diesem Jahr konzentrierten sich die Gewinne auf wenige KI-Hardware-Unternehmen, während die wirtschaftliche Unsicherheit den Gesamtmarkt weiterhin belastet.

(Bloomberg/cash)