Der Umsatz von Coltene belief sich auf 112,8 Millionen Franken - ein Rückgang von 4,4 Prozent. In Lokalwährungen resultierte indes ein kleines Plus von 0,8 Prozent, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Hauptgründe für die Entwicklung waren negative Währungseffekte. Aber auch die Geopolitik, Lageroptimierungen in den USA sowie lokale Ereignisse in Südamerika hätten zu einer Zurückhaltung im Markt und zu Verzögerungen bei Bestellungen geführt.

Der operative Gewinn sank deutlich um fast 24 Prozent auf noch 5,8 Millionen Franken, bei einer Marge von 5,1 Prozent nach 6,4 Prozent im Vorjahr. Dies sei insbesondere auf die tiefere Bruttomarge zurückzuführen, die unter Währungseffekten sowie höheren Material-, Logistik- und Energiepreisen litt. Der Reingewinn gab um 5,0 Prozent auf 4,1 Millionen nach.

Regionen entwickeln sich unterschiedlich

Mit Blick auf die Regionen zeigt sich eine unterschiedliche Entwicklung. Das Geschäft in Nordamerika, das für knapp die Hälfte des Umsatzes steht, zeigte sich in Lokalwährungen zwar fast stabil (-0,3 Prozent), Währungseffekte drückten allerdings den Umsatz zusätzlich um 8 Prozent. Die Bestellverzögerungen bei den Verbrauchsmaterialien durch Lageroptimierungen dürften aber in der zweiten Jahreshälfte zu einer höheren Nachfrage führen.

Europa, Afrika und der Nahe Osten (EMEA) entwickelte sich indes stark und verzeichnete ein Umsatzplus in Lokalwährungen von 6,8 Prozent (+5,5 Prozent in Fr.). Dabei waren die DACH-Region und Benelux die zentralen Wachstumsregionen. In Asien ging der Umsatz indes um 7,3 Prozent in Lokalwährungen (-13,3 Prozent in Fr.) zurück. Coltene begründet dies mit der herausfordernden Marktsituation in China sowie einem Timing-Effekt eines Grossauftrags in Japan. Südamerika erlitt einen Umsatzrückgang um 9,9 Prozent in Lokalwährungen (-13,9 Prozent in Fr.).

Im Bereich Infektionskontrolle wurden teurere Geräte weiterhin zurückhaltend bestellt, die Bereiche Oberflächendesinfektion und Instrumentenwaschgeräte inklusive Reinigungslösungen wuchsen aber im zweistelligen Prozentbereich deutlich über dem Markt, so Coltene. Der Bereich Zahnerhalt litt unter einer signifikanten Lagerreduktion eines bedeutenden Händlers in den USA. Davon war auch der Produktbereich Verbrauchsmaterialien betroffen.

Ausblick bestätigt, Management gestärkt

Für das zweite Halbjahr erwartet Coltene eine Belebung der Nachfrage - bereits im Juni habe sich eine spürbar verbesserte Bestelldynamik gezeigt. Insgesamt wird für 2026 ein leichtes Umsatzwachstum in lokalen Währungen und eine Verbesserung der Profitabilität erwartet.

Die Mittelfristziele eines organischen Umsatzwachstums von 3 bis 5 Prozent sowie einer EBIT-Marge von 13 bis 15 Prozent peilt Coltene nach wie vor bis 2028 an.

Zudem hat Coltene das Konzernmanagement gestärkt: Brandon Arsenault übernahm per 1. Mai 2026 die Rolle des Chief Commercial Officer für Nordamerika, und Patrick Bayer wird ab 1. September 2026 als Chief Marketing Officer die globalen Marketingaktivitäten verantworten.

(AWP)