«Nur mit einer einvernehmlichen Lösung unter Einbindung der Unternehmensführung, der Arbeitnehmer und ihrer Vertreter sowie der Bundesregierung als zweitgrösstem Aktionär ist es aus Sicht der Commerzbank realistisch, Synergien aus einem Zusammenschluss in einem angemessenen Umfang und Zeitrahmen zu erreichen», heisst es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme der Commerzbank. Vorstand und Aufsichtsrat stünden «einem konstruktiven Dialog mit UniCredit offen gegenüber». Freilich steht die Strategie, die UniCredit für die Commerzbank vorschwebt, im Gegensatz zu den Plänen von deren Vorstand.
UniCredit hatte bekanntgegeben, sich mit einem Tauschangebot bis zu 47,6 Prozent der Aktien und 49,65 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank gesichert zu haben. Die Commerzbank-Führung äussert aber weiterhin Zweifel, wie die Annahmequote auf das wirtschaftlich kaum attraktive Angebot zustandegekommen ist. Nach ihren Daten haben weniger als zwei Prozent der institutionellen und privaten Aktionäre die Offerte angenommen. Der Grossteil der Annahmequote von 17,6 Prozent, die UniCredit gemeldet hatte, entfalle auf Banken und Parteien, die mit der italienischen Bank verbunden seien. «Es ist weiterhin nicht transparent, in welchem Umfang geliehene Aktien angedient und welche Absicherungsvereinbarungen in diesem Kontext getroffen wurden», heisst es in der Mitteilung.
«Auch in Zukunft wird der Fokus unseres Handelns auf den Interessen unserer Kundinnen und Kunden, unserer Mitarbeitenden sowie unserer Anteilseigner liegen», sagte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. «Als führender Finanzierungspartner des deutschen Mittelstands und als Bank an der Seite von mehr als zehn Millionen Privatkunden tragen wir eine grosse Verantwortung, auch gegenüber der deutschen Wirtschaft.»
(Reuters)

