Lange blieb es ruhig um die Management-Transaktionen bei Partners Group. Nun meldet sich die Führungsetage des Privatmarktspezialisten zurück. Allein in den drei Handelstagen vom 6. bis 8. Oktober kauften Management-Mitglieder auf privater Basis Partners-Group-Aktien im Umfang von rund 21 Millionen Franken. Seit Anfang September deckten sich Mitglieder des Verwaltungsrates und des Managements damit mit Titeln im Umfang von fast 39 Millionen Franken ein.
Hintergrund ist der fallende Aktienkurs von Partners Group in diesem Jahr, der bisweilen epische Ausmasse annahm. Das nahm die Führungsebene von Partners Group wiederholt zum Anlass, privat in firmeneigene Aktien zu investieren. Die Käufe hatten wohl auch demonstrativen und vertrauensfördernden Charakter nach aussen. Die Message: Die Führungsriege sieht die Situation der Firma anders als der Markt.
Schon im Frühjahr 2026 investierte die Geschäftsleitung mehr als 29 Millionen Franken in die eigenen Titel. Damals hatte der Kurs innerhalb von zwölf Monaten bereits rund 40 Prozent verloren. Doch die Käufe kamen einiges zu früh.
Denn der Aktienkurs fiel weiter. Die Welle von Rückrahmenanträgen bei den Evergreen-Fonds des Unternehmens – welche Auszahlungen in regelmässigen Abständen erlauben – traf die Firma in diesem Jahr gleichzeitig mit einer Shortseller-Attacke. Auch ein angekündigter CEO‑Wechsel hat dem Aktienkurs bislang nicht viel genützt.
Die Aktien setzten ihren Abwärtstrend im dritten Quartal fort und notieren inzwischen knapp über 600 Franken. Gegenüber dem Frühjahr 2025 entspricht das einem Einbruch von rund 55 Prozent.
Die Frage stellt sich, ob die Firmenverantwortlichen mit den jüngsten Käufen nun ein richtiges Händchen gehabt haben. Zwei Punkte sprechen dafür.
Kursentwicklung von Partners Group in Franken.
Erstens die Bewertung: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt mit 14 auf die Ergebnisse 2027 auf einem 14-Jahres-Tief. Die Bewertung lag seit dem Börsengang im Jahr 2006 auch nur zweimal niedriger: Während der Finanzkrise im Jahr 2009 (KGV von 7) und der Eurokrise im Jahr 2011 (KGV von 12).
Zweitens die Stimmung unter den Analysten: Laut Daten von Bloomberg empfehlen aktuell weniger als 40 Prozent der Expertinnen und Experten die Aktie zum Kauf - so wenige wie letztmals 2014. Wer davon ausgeht, dass Analystenratings im Konsens der Kursentwicklung hinterherhinken statt voranzulaufen, kann die miese Stimmung als Kontraindikator lesen.
Denn als letztmals eine vergleichbar miese Stimmung herrschte, lag der Aktienkurs des Privatmarktspezialisten bei 230 bis 240 Franken - und stand unmittelbar vor einer massiven Aufwärtsbewegung. Bis 2021 legte der Titel dann um fast 600 Prozent zu. Auf dem Allzeithoch im November 2021 warf schliesslich der letzte Experte, der noch eine Verkaufsempfehlung aussprach, das Handtuch.
Partners Group ist nicht das einzige Unternehmen, wo Führungskräfte Firmen-Aktien dazugekauft haben. Aucbh bei Stadler Rail, EFG International, Medacta oder Warteck witterten Führungskräfte ebenfalls einen günstigen Einstiegszeitpunkt. Der Überblick:
Stadler Rail: Luft nach oben
Bei Stadler Rail hat Firmenpatron Peter Spuhler den Glauben an das eigene Unternehmen nie verloren. Im August 2024 kaufte er ein Aktienpaket im Wert von 4,7 Millionen Franken - damals bei rund 26 Franken pro Titel. In den Folgemonaten stürzte der Titel bis auf 18 Franken ab. Auch dort kaufte das Management nach, etwa im September 2025 für 3,8 Millionen Franken oder im Dezember 2025 für eine Million Franken.
Kursentwicklung von Stadler Rail in Franken.
Schliesslich überzeugte der Zugbauer im August dieses Jahres mit sehr guten Ergebnissen. Die Serie von Unwettern, die Stadler Rail vor rund zwei Jahren besonders hart getroffen hatte, scheint vollständig der Vergangenheit anzugehören. Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten um 40 Prozent, der Betriebsgewinn hat sich mehr als verdoppelt. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von fast einem Viertel.
Nun hat ein Geschäftsleitungsmitglied im Wert von fast 1,5 Millionen Franken erneut kräftig nachgekauft. Die Transaktion wurde Ende September der Börsenbetreiberin SIX gemeldet. Diese Person dürfte trotz eines stark steigenden Aktienkurses weiterhin viel Potenzial sehen. Denn auch die Bewertung lässt Raum für Optimismus: Mit einem KGV von 16,5 liegt sie weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 19,6.
Die nächsten Hinweise auf den weiteren Geschäftsverlauf geben der Geschäftsbericht am 17. März 2027 und dann der Halbjahresbericht Ende August 2027.
EFG International: Fokus auf den Margen
Die Aktien von EFG haben ein turbulentes Jahr hinter sich. Unter dem Strich steht ein Kursverlust von gut 18 Prozent. Dabei ging es zwischenzeitlich kräftig aufwärts: Von Mitte Juli bis zu den Halbjahreszahlen wenige Tage später legte die Aktie um rund 14 Prozent zu, nur um die Gewinne innerhalb von zwei Handelssitzungen wieder abzugeben.
Der Grund für die Ernüchterung lag nicht zuletzt in den Geschäftszahlen. EFG verdiente im ersten Halbjahr 2026 weniger. Höheren Kosten standen weitgehend stagnierende Erträge gegenüber.
Kursentwicklung von EFG in Franken.
Auffällig: In den Folgewochen verkaufte das EFG-Management eigene Aktien in drei Transaktionen im Wert von fast 4,5 Millionen Franken. Ob hier ein Zusammenhang besteht, kann nur spekuliert werden. Jedenfalls ist nun ein Verwaltungsratsmitglied als Käufer auf das Parkett getreten: Am 1. Oktober wurden eigene Titel im Wert von 2,1 Millionen Franken gekauft.
Am 24. November publiziert EFG ein Trading-Update der vergangenen zehn Monate, am 17. Februar folgen die Ganzjahresergebnisse. Der Anlegerfokus wird dabei weiterhin auf dem Vermögenszuwachs liegen - und noch mehr auf die Marge.
Medacta: Kühlt sich der US-Markt weiter ab?
Das Tessiner Orthopädieunternehmen wächst derweil kräftig: Das Umsatzwachstum liegt seit Jahren bei rund 15 Prozent und für die kommenden beiden Jahre erwarten Analystinnen und Analysten zehn respektive über 13 Prozent. Der Gewinn pro Aktie dürfte derweil bis 2027 um über 140 Prozent steigen.
Und was macht der Aktienkurs? Dieses Jahr fiel um fast 27 Prozent, seit dem Allzeithoch im Februar um fast 33 Prozent. Ein Grund dürfte eine unerwartete Abschwächung im US-Markt sein - für Medacta üblicherweise margenstärker als andere Regionen. Wegen des Margendrucks sank der Halbjahresgewinn von fast 61 Millionen Franken im Vorjahr auf knapp 42 Millionen Franken.
Mit der jüngsten Kurskorrektur hat der Markt viel eingepreist: Das KGV beträgt aktuell 22,3 auf die Gewinnerwartungen des nächsten Jahres und liegt damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von fast 34. Wichtig: Tiefer notierte die Bewertung seit dem Börsengang nur im Covid-Tief (15,2).
Kursentwicklung von Medacta in Franken.
Vor diesem Hintergrund dürfte das Medacta-Management etwas gewittert haben: Seit Mitte September kauft es in geradezu auffälliger Regelmässigkeit gestaffelte 100'000-Franken-Transaktionen mit wenigen Tagen Abstand. Insgesamt wurden der SIX Kauftransaktionen in der Höhe von rund 2,15 Millionen Franken gemeldet. Ein Verwaltungsratsmitglied verkaufte in der selben Zeit allerdings im Umfang von gut 713’000 Franken.
Warteck: Anleihen-Alternative mit geringen Kursschwankungen
Bei der Immobiliengesellschaft Warteck Invest schlug ein Verwaltungsratsmitglied Mitte September mit einer Kauftransaktion im Wert von 1,5 Millionen Franken zu. Zur Grössenordnung: Die üblicherweise gemeldeten Transaktionen belaufen sich zwischen 20’000 und 360’000 Franken.
Der Aktienkurs des Small Caps notiert dieses Jahr 2,3 Prozent im Minus - doch die Titel unterliegen geringen Schwankungen. Während PSP und SPS in der Spitze um 16 bis 20 Prozent stiegen, kamen die Warteck-Papiere nur auf sechs Prozent Plus. Umgekehrt bewiesen sie in der Abwärtsbewegung ab März 2026 Stabilität: Ihr Minus von rund sechs Prozent wirkt gegenüber den 14 bis 20 Prozent der grösseren Branchen-Peers geradezu klein.
Kursentwicklung von Warteck in Franken.
Der grosse Insiderkauf muss aber nicht zwingend eine Wette auf kräftige Kursgewinne sein. Wahrscheinlicher ist, dass die Dividende eine wichtige Rolle spielt. Warteck bietet eine Rendite von rund 3,8 Prozent und könnte für Anleger interessant sein, die eine Alternative zu Schweizer Obligationen suchen.
Schliesslich bieten die Aktien vorerst wenig Kurspotenzial. So stuft etwa die Zürcher Kantonalbank sie mit «Untergewichten» ein. Deren Einschätzung nach reicht die Dividendenrendite kaum, um das Verwässerungsrisiko, die hohe Verschuldung und die Herausforderungen im Markt Basel zu kompensieren. Weiter liegt die Ausschüttungsquote mit 89 Prozent bereits über den 83 Prozent der Konkurrenz.

