Während die Dividendenvaloren 2023 und 2024 noch weit hinter der Performance der Techwerte hinterherhinkten, hat sich das Bild 2025 gedreht. Dividendentitel sind wieder en vogue und sollten auch 2026 überdurchschnittlich stark abschneiden. Denn die Börsenstrategen trauen den ausschüttungsstarken Branchen Pharma, Finanzdienstleister und Rohstoffproduzenten eine überdurchschnittliche Performance zu. 

Rund 150 Unternehmen weltweit gehören dabei zum exklusiven Klub der Dividendenaristokraten - das sind Unternehmen, welche die Dividende in den mindestens letzten 25 Jahren konsequent jedes Jahr steigern konnten. Noch bemerkenswerter ist die Handvoll an Dividendenkönigen. Diese weisen 50 Jahre stetig steigende Ausschüttungen aus.

Auf Dividendentitel fokussierte Investorinnen und Investoren dürfte 2026 entgegenkommen, dass das Dividendenwachstum historisch betrachtet dem Gewinnwachstum je Aktie mit einem Abstand von rund drei Quartalen folgt, wie Savita Subramanian, Leiterin der US-Aktien- und Quant-Strategie bei der Bank of America (BofA), in einer Kundennotiz Anfang Jahr festhielt. Da der S&P 500 im Jahr 2025 voraussichtlich ein starkes EPS-Wachstum (Gewinn pro Aktie) verzeichnet hatte, dürfte das Dividendenwachstum entsprechend nachziehen, so die BofA-Expertin. Für 2026 prognostiziert sie ein Dividendenwachstum von 8 Prozent, nach 7 Prozent im Jahr 2025.

cash.ch stellt zehn vielversprechende Dividendenkönige und -aristokraten vor, welche aufgrund der Unternehmensmerkmale oder Kennzahlen als langfristige Depotbeimischung geeignet sind:

American States Water

Das amerikanische Versorgungsunternehmen American States Water ist der unangefochtene Inhaber des Throns unter den «Dividendenkönigen». Die Firma hat ihre Dividende seit 70 Jahren in Folge jährlich erhöht - sprich seit 1954. Es hält damit den Rekord für die längste Serie von Dividendensteigerungen aller an der US-Börse notierten Unternehmen vor den zwei Unternehmen Dover und Procter & GambleAmerican States Water Company hat den Sitz in San Dimas, Kalifornien, und fokussiert sich auf Wasser-, Abwasser- und Stromdienstleistungen. Die Dividendenrendite beträgt 2,8 Prozent, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 21 und die durchschnittliche Gewinnmarge (EBIT) beträgt gemäss TheScreener hohe 30,5 Prozent. 

Canadian Natural Resources

Canadian Natural Resources ist eines der grössten unabhängigen Unternehmen für die Produktion von Rohöl und Erdgas weltweit, mit Hauptsitz in Calgary, Kanada, und einem diversifizierten Portfolio in Westkanada, der Nordsee und Offshore-Afrika. Dieses reicht von Schweröl über Erdgas bis zu Öl-Sand-Projekten. Die Energiefirma hat die Ausschüttungsquote in den letzten 25 Jahren jedes Jahr erhöhen können. Das Unternehmen wartet mit einem KGV von 14 und einer Dividendenrendite von hohen 5,6 Prozent auf. Der Ertrag auf dem Eigenkapital beläuft sich auf 16 Prozent, der Verschuldungsgrad liegt beim Faktor 0,5 und die Firma ist profitabel, solange der Erdölpreis nicht unter die Marke von 40 Dollar fällt. 

Iberdrola

Der spanische Energiekonzern Iberdrola gilt als gewichtiger Akteur bei der weltweiten Energiewende. Ursprünglich war die Firma aus Bilbao ein klassischer spanischer Stromversorger, hat das Geschäft aber früher als fast alle anderen Konkurrenten radikal umgebaut und auf grüne Energie gesetzt. Das prognostizierte KGV von 22 ist relativ hoch und liegt über dem Branchendurchschnitt von 15, die Dividendenrendite steht bei 2,8 Prozent. Iberdrola konnte die Dividenden in den letzten 25 Jahren ausnahmslos steigern. Dies geschah während einiger Zeit - wegen des Konzernumbaus hin zu den erneuerbaren Energien - nicht über eine höhere Dividendenzahlung, sondern über eine kostenlose Zuteilung von neuen Aktien an die bestehenden Aktionäre.

Johnson&Johnson

Johnson&Johnson ist der grösste Gesundheitskonzern der Welt, hat aber mit den bei vielen Menschen bekannten Produkten wie Babypuder, Pflegecremes und Pflastern nichts mehr zu tun. Die Konsumgüterprodukte wie Penaten-Creme, Neutrogena, Listerine oder Nicorette wurden 2023 in die börsennotierte Firma Kenvue ausgegliedert. Die Firma fokussiert sich nun ausschliesslich auf Pharma und Medizintechnik. Das zahlt sich aus, die Aktie ist auf neue Allzeithochs vorgestossen. Mit 69 Jahren ist Johnson&Johnson einer der erfolgreichsten Dividendencompounder an der Wall Street überhaupt. Die Dividendenrendite beläuft sich aktuell auf 2,4 Prozent, das KGV steht bei 19. 

Linde

Der globale Konzern Linde liefert nicht nur Gase für Wasserstoffenergie, Elektronik und Medizin, sondern baut auch die Anlagen hierfür. Die Firma ist führend bei der Dekarbonisierung und der Bereitstellung von Gasen. Das ehemals deutsche Unternehmen hat den Sitz im irischen Dublin und die operative Zentrale liegt im britischen Guildford. Linde hat in den letzten 29 Jahren die Dividende durchgehend erhöht. Die Dividendenrendite beträgt 1,4 Prozent und die Aktie ist gemäss TheScreener mit einem prognostizierten KGV von 29 relativ hoch. Der Branchendurchschnitt liegt bei 17.

Medtronic

Medtronic ist eines der weltweit grössten Unternehmen für Medizintechnik und hat sich mit Herzschrittmachern, Insulinpumpen, Neurostimulatoren und chirurgischen Instrumenten einen Namen gemacht. Die Firma mit operativem Sitz in Minneapolis (USA) und juristischem Hauptquartier in Irland hat die Dividende 49 Jahre in Folge erhöht. Die erwartete Dividende von 3,0 Prozent liegt über dem Branchendurchschnitt von 1,4 Prozent. Ebenso schneidet das Unternehmen beim Gewinn vor Zinsen und Steuern im Branchenvergleich gut ab. Die durchschnittliche Gewinnmarge (Ebit) liegt bei 19,2 Prozent im Vergleich zum Branchendurchschnitt von 6,7 Prozent.

Pepsi

Im Vergleich zu Coca-Cola kann Pepsico an den Aktienmärkten keine Höchststände feiern. Einerseits scheint das Limit bei den Preiserhöhungen erreicht, die nordamerikanischen Kunden kaufen weniger. Andererseits musste das Unternehmen wegen Salmonellen-Verdachts Müsli- und Riegelprodukte der Marke Quaker Oats zurückrufen. Nach einem Verkaufseinbruch haben sich die Absatzzahlen mittlerweile erholt. Pepsi zahlt seit 59 Jahren eine stetig steigende Dividende aus. Die erwartete Dividendenrendite von 4,1 Prozent liegt über dem Branchendurchschnitt von 3,1 Prozent. Die Nettoverschuldung - im Verhältnis zum Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen - ist solide. 

Roche

Der Basler Pharmagigant Roche zählt wie der direkte Nachbar Novartis zu den Dividendenaristokraten. Das Unternehmen blickt zwar auf eine etwas durchwachsene Aktienkursbilanz zurück und notiert immer noch 15 Prozent unter dem im April 2022 erreichten Allzeithoch. Bis April 2024 ging wegen des drastisch sinkenden Aktienkurses unter Anlegern gar die Sorge um, der Konzern könnte weiter straucheln. Dies hat sich nicht bewahrheitet, der Basler Pharmakonzern hat 2025 in die Wachstumsspur zurückgefunden. Die 38-jährige Erfolgsstory von ununterbrochenen Dividendenerhöhungen dürfte sich fortsetzen. 

Sanofi

Der Pharmakonzern Sanofi ist eines der grössten Gesundheitsunternehmen der Welt. Die Spezialitätenmedizin ist der Wachstumsmotor und umfasst komplexe Medikamente für Immunerkrankungen, seltene Krankheiten, Krebs und Multiple Sklerose. Das wichtigste Medikament ist Dupixent gegen Neurodermitis und Asthma. Dies ist der Blockbuster von Sanofi schlechthin und er trägt einen Grossteil zum aktuellen Wachstum bei. Der in Paris domizilierte Konzern hat seit 30 Jahren die Dividende kontinuierlich erhöht, die Rendite beläuft sich auf ansehnliche 4,7 Prozent. Das vorwärtsgerichtete KGV liegt bei 8 und damit unter dem Branchendurchschnitt von 14.

Saputo

Das kanadische Unternehmen Saputo ist eine der grössten Molkereien weltweit und im Käsegeschäft und in Milchprodukten tätig. Im letzten Jahr ist der besonders auf Mozzarella und Cheddar spezialisierte Produzent zum Dividendenaristokraten aufgestiegen, nachdem 25 Mal hintereinander eine höhere Dividende ausbezahlt werden konnte. Im Vergleich zum Schweizer Dividendenaristokraten Nestlé mit einem Verschuldungsgrad im Verhältnis zum Eigenkapital von 2,2 mal ist Saputo mit 0,5 mal deutlich weniger stark verschuldet. Die Dividendenrendite beträgt 2,1 Prozent, und gemäss TheScreener ist die Aktie fundamental leicht unterbewertet.

Thomas Daniel Marti
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