Die Vereinbarung einer zweiwöchigen Feuerpause zwischen den USA und dem Iran kommt in letzter Minute - kurz bevor das Ultimatum Washingtons an Teheran abgelaufen wäre. Die Aktienmärkte reagieren erleichtert: Der Swiss Market Index (SMI) steigt kurz nach Börsenstart rund 3,4 Prozent, der SPI avanciert rund 3,1 Prozent.

Kein einziger der 20 Bluechip-Werte notiert zu Handelsbeginn im Minus. Besonders stark steigen ABB (+7,9 Prozent), Richemont (+7,3 Prozent), Holcim (+7,1 Prozent) und Sika (+6,5 Prozent). Auch die zuletzt unter Druck geratenen Pharmaschwergewichte Novartis und Roche springen 2,6 und 2,2 Prozent hoch. Das dritte SMI-Schwergewicht, Nestlé, steigt vergleichsweise wenig (plus 1,4 Prozent) und belegt neben Swisscom (+0,4 Prozent) und Kühne+Nagel (+0,2 Prozent) das Tabellenende.

Ebenfalls stark sind die Finanzwerte: Partners Group steigen 5,8 Prozent, Julius Bär 5,5 Prozent und UBS 5,4 Prozent. Die Versicherer bewegen sich zwischen 1,8 Prozent und 2,7 Prozent im Plus, wobei Zurich Insurance bereits im Vorfeld einer möglichen Einigung gestiegen war und deutlich über den Kursen von Anfang März notiert.

Auch in der zweiten Reihe zeigt sich ein ähnliches Bild. Die am gestrigen Dienstag noch stark unter Druck stehenden Biotech- und Pharmazulieferer erholen sich heute besonders kräftig: Beispiele dafür sind Molecular Partners (+13,3 Prozent), Cosmo (+6,1 Prozent), Newron (+5,3 Prozent) oder Idorsia (+7,2 Prozent).

Ebenfalls stark im Kommen sind baunahe Werte wie Implenia (+8,6 Prozent) und Belimo (+7,4 Prozent), die im Gleichklang mit den grösseren Baustofftiteln steigen.

Einziger Dämpfer an diesem positiven Börsentag sind die Kantonal- und Regionalbanken, die mit ihrem defensiven Geschäftsmodell bisher kaum von den geopolitischen Spannungen betroffen waren. Valiant verliert 1,6 Prozent, während andere Kantonalbanken wie die BC Jura, SGKB oder BC Vaudoise zwischen 1 und 2 Prozent nachgeben.

Mit Fokus auf die Sektoren sind zyklischer Konsum, Grundstoffe und Industriewerte die stärksten Segmente am Schweizer Markt. Versorger, Immobilienwerte und Technologieaktien legen dagegen am wenigsten zu - ein Zeichen dafür, dass Anleger in der aktuellen Erleichterungsrallye vor allem auf konjunktursensitive Branchen setzen.

(cash)