Die Aktie von DocMorris steigt am Montag in einem leicht negativen Gesamtmarkt um 10 Prozent auf 9,445 Franken. Damit beträgt das Kursplus der Aktie in diesem Jahr bereits 46 Prozent.

Ein Analyst der Deutschen Bank veranschlagt neuerdings ein Kursziel von 11,50 Franken für die Aktie der Online-Apotheke. Das wäre der höchste Wert seit Mitte Dezember 2024 und ergibt ein Kurspotenzial von etwa 30 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand.

Die Heraufsetzung des Kursziels erfolgt zwei Tage vor der Veröffentlichung eines Tradiung Updates zum ersten Halbjahr durch DocMorris. Ende Juni hielt die Online-Apotheke in einer Mitteilung bereits fest, dass sich die Umsatzentwicklung im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem ersten weiter beschleunigt habe. Insbesondere gelte dies für rezeptpflichtige Medikamente und digitale Services.

In der gleichen Mitteilung gab DocMorris den Abbau von gruppenweit rund 100 Vollzeitstellen bekannt. Grund: Mit dem verstärkten Einsatz von künstlicher Intelligenz will DocMorris Arbeitsprozesse in sämtlichen Unternehmensbereichen automatisieren und gleichzeitig Kapazitäten für kundennahe Services und Innovationen freisetzen. CEO Walter Hess bezeichnete die Massnahmen zusammen mit der kürzlich abgeschlossenen Konzentration auf den Logistikstandort Heerlen als weiteren Schritt zur Steigerung der Profitabilität.

Diese Kosteneinsparungen sind nach Einschätzung der Zürcher Kantonalbank (ZKB) wie ein Heilmittel; denn für DocMorris bleibe das Erreichen der anspruchsvollen Balance zwischen Wachstum und Kosteneffizienz entscheidend. Das Erreichen des Break-even beim freien Cashflow im Verlauf des Jahres 2027 sowie eine mögliche Eigenkapitalstärkung über die ausstehende Wandelanleihe von 50 Millionen Franken bei einem Umwandlungspreis 6,54 Franken bleiben die zentralen Faktoren zur Verringerung des Anlagerisikos aus Investorensicht, so der zuständige ZKB-Analyst Gian Marco Werro Ende Juni.

Am Freitag geriet die Aktie von DocMorris leicht unter Druck. Grund war ein Bericht des Branchenblattes «Apotheke Adhoc», wonach die Drogeriemarktkette Rossmann noch in diesem Jahr in den deutschen Versandapothekenmarkt vorstossen will. Anders als Konkurrent dm will Rossmann aus den Niederlanden heraus auch verschreibungspflichtige Medikamente anbieten. 

(cash/AWP)