Die Aktien von DocMorris steigen kurz nach Börsenstart um 4,9 Prozent auf 4,176 Franken. Der Grossaktionär CEPD fordert eine Neuaufstellung des Verwaltungsrats und will den amtierenden Präsidenten absetzen.
Diese Nachricht wird an der Börse positiv aufgenommen, was angesichts des enttäuschenden Kursverlaufs der DocMorris-Aktie nicht überrascht. Seit April 2024 - damals erreichte die Aktie ein Mehrjahreshoch, das jedoch bereits 80 Prozent unter den Höchstständen von fünf Jahren zuvor lag - hat der Titel erneut über 90 Prozent an Wert verloren. Zudem scheint das Unternehmen im Wettbewerb gegen den Hauptkonkurrenten Redcare zunehmend ins Hintertreffen zu geraten.
Nun kommt CEPD zum Schluss, dass der derzeitige Verwaltungsrat nicht in der Lage sei, das Unternehmen zum Erfolg zu führen. «Wiederholte Verfehlungen in der Strategieumsetzung und der Prognose» seien für die Forderung der VR-Neubesetzung verantwortlich, hiess es in der Mitteilung. Dem Schritt seien monatelange Verhandlungen mit dem Verwaltungsratspräsidenten vorausgegangen.
CEPD ist gemeinsam mit der Muttergesellschaft Pelion der grösste Aktionär von DocMorris und hält nach eigenen Angaben rund 14 Prozent der Anteile. Laut Daten von LSEG ist Pelion seit Mitte 2025 an der Online-Apotheke beteiligt.
Viele Analystinnen und Analysten dürften die Einschätzung des Investors teilen. Noch vor einem Jahr sprachen sich acht Experten für einen Kauf der DocMorris-Aktien aus, zwei empfahlen das Halten und einer riet zum Verkauf. Mittlerweile hat sich das Bild deutlich verändert: Nur noch ein Analyst rät zum Kauf, fünf empfehlen das Halten und eine Verkaufsempfehlung liegt vor.
Jüngst bestätigte die UBS ihre Verkaufsempfehlung. Schwächere App-Downloads und niedrigere Marketingaktivitäten dürften die Marktanteilsgewinne in Deutschland reduzieren. Zwar könnten die Margen kurzfristig davon profitieren, langfristig entstehen dadurch aber geringere Skaleneffekte und die Profitabilität wird sinken. Die UBS setzt das Zwölf-Monats-Kursziel bei 3,50 Franken an - was 16 Prozent unter dem aktuellen Kursniveau liegt. Dennoch könnte die Hoffnung auf einen Führungswechsel kurzfristig für Optimismus und Rückenwind bei den Aktien sorgen, heisst es.
(cash/Reuters)
