Der schweizerisch-niederländische Aromen- und Duftstoffhersteller DSM-Firmenich bringt seine Aktien am Donnerstag, 21. Mai, an die Schweizer Börse SIX. Allerdings ist es «bloss» eine Zweitkotierung. Die Erstkotierung der Aktien bleibt weiterhin an der Euronext Amsterdam.

Dennoch ist der Schritt bemerkenswert: Mit dem Listing der Aktien an der Schweizer Börsen soll die Schweizer Verankerung stärker hervorgehoben und der Zugang für Schweizer und internationale Investoren erleichtert werden, schreibt DSM-Firmenich. Der Schweizer Branchenprimus Givaudan erhält an der SIX nun also eine gewisse Konkurrenz.

DSM-Firmenich entstand 2023 aus der Fusion des niederländischen Spezialchemiekonzerns DSM (an der Börse seit 1989) mit dem damals unkotierten Genfer Duft- und Aromenhersteller Firmenich. DSM-Firmenich kontrolliert zusammen mit Givaudan, IFF und Symrise mehr als die Hälfte des Weltmarktes bei Aromen- und Duftstoffen. Die Fusion ging allerdings nicht geräuschlos über die Bühne. Schon bald nach dem Zusammenschluss musste der neue Konzern eine teure Restrukturierung durchziehen.

Unschön ist auch der Blick auf den Aktienkurs: Er ist von rund 123 Euro im August 2024 kontinuierlich bis auf 57 Euro im März 2026 gefallen. Die Kursentwicklung bei Givaudan sieht ähnlich schlecht aus. Die gesamte Branche leidet seit zwei Jahren unter steigenden Rohstoffkosten und einer Verlangsamung beim organischen Wachstum.

Die Zahlen zum ersten Quartal, die über den Erwartungen lagen, gaben den DSM-Aktien nun etwas Auftrieb, sie notieren nun bei rund 65 Euro. Analysten sind überwiegend positiv eingestellt. Deren 13 empfehlen die Aktie zum Kauf, acht haben ein «Halten»-Rating, nur einer rät zum Verkauf des Titels. Das ist insgesamt eine höhere Empfehlungsrate als bei Givaudan. Das durchschnittliche Kursziel bei der DSM-Aktie beträgt 78 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von 20 Prozent entspricht.

Daniel Hügli
Daniel HügliMehr erfahren