Mercedes-Benz Trucks, eine Sparte des weltgrössten Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck stellt einen grossen Teil der Energieproduktion in deutschen Werken auf Öl um, so die Leiterin der Sparte, Karin Radstrom. Die zur Volkswagen AG gehörende Traton, Eigentümerin der Marken Scania und MAN, hat einen "riesigen" Gastank in Aussicht und kehrt zur "guten alten Kohle" zurück, so der Vorstandsvorsitzende Christian Levin. 

"Die schlimmste Zeit werden die kalten Monate sein, in denen man in Konkurrenz zu Privathaushalten, Krankenhäusern und Unternehmen steht", sagte Levin auf der IAA Transportation in Hannover. "Der gesamte Volkswagen-Konzern bereitet sich auf eine Zeit der Knappheit vor."

Während die Energiekrise in Europa weitergeht und die Tage kälter werden, machen sich die explodierenden Preise in den Lieferketten bemerkbar. In Deutschland, das am stärksten von russischem Gas abhängig ist, stiegen die Einfuhren wichtiger Chemikalien in der ersten Jahreshälfte um 40 Prozent, da die Unternehmen gasintensive Prozesse zunehmend durch Produkte aus anderen Ländern ersetzen. 

Die Hersteller haben auch mit höheren Kosten zu kämpfen, die viele kleinere Zulieferer, an den Rand des Ruins treiben. Traton sei im Gespräch mit den Zulieferern um sicherzustellen, dass sie "diese schwierigen Zeiten überleben", so Levin.

Während Energie inzwischen das Hauptthema ist, kämpft Traton weiterhin mit Engpässen bei Halbleitern und anderen Teilen. Die Produktion laufe nur mit 85 Prozent der Kapazität, sagte er. Auch Mercedes kämpfe immer noch mit Lieferproblemen bei Chips, auch wenn sich die Situation verbessert habe, so Radstrom.

(Bloomberg)