Der Risiko-Appetit-Indikator (RAI) der US-Investmentbank Goldman Sachs stieg in der vergangenen Woche auf 1,09 und erreichte damit den höchsten Stand seit 2021. Dies entspreche dem 98. Perzentil aller Messwerte seit 1991, schrieben die Strategen des Instituts in
einer Mitteilung.

«Solch hohe Niveaus der Risikobereitschaft sind selten», erklärte das Goldman-Team und verwies auf nur sechs weitere Fälle, in denen der Wert über 1,0 lag. Dies sei jedoch nicht zwangsläufig ein Signal für eine pessimistische Markthaltung. «Aktienrenditen können durch ein unterstützendes makroökonomisches Umfeld getragen werden», hiess es weiter.

Die meisten Komponenten des Goldman-Index signalisierten eine positive Einstellung gegenüber Risikoanlagen und bestätigten damit das seit dem vergangenen Jahr zu beobachtende Muster breiter werdender Kursgewinne an den Aktienmärkten. Zu den stärksten positiven Treibern zählten die Bevorzugung von Small Caps gegenüber Large Caps sowie von Aktien aus Schwellenländern gegenüber Titeln aus Industriestaaten, so die Experten von Goldman Sachs.

Zu den wenigen Anzeichen einer vorsichtigeren Marktstimmung zählten die Strategen die Rally bei Gold. Ohne das Edelmetall wäre der Index noch höher ausgefallen, erklärten sie. Gold hat sich in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt, getragen von der Nachfrage von Investoren, die Schutz vor politischen Risiken suchen und Alternativen zu Währungen und Anleihen bevorzugen.

Die Strategen von Goldman Sachs erklärten weiter, sie würden Aktien angesichts des günstigen makroökonomischen Umfelds weiterhin übergewichten.

(Bloomberg/cash)