An der Börse in London wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei 4115 US-Dollar gehandelt. Das waren 36 Dollar mehr als am Vortag. Zeitweise stieg die Notierung bis auf 4141 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit dem 7. Juli.
Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und den USA setzten sich unterdessen fortsetzen. Das US-Militär hat nach eigenen Angaben erneut militärische Ziele im Iran angegriffen. Damit sollten die Möglichkeiten des Landes geschwächt werden, Handelsschiffe in der für den Ölhandel wichtigen Strasse von Hormus anzugreifen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom mit. Es ist die elfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.
«Trotz der Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran und des daraus resultierenden Anstiegs der Ölpreise, die normalerweise als Gegenwind für Gold wirken, konzentrieren sich die Händler stattdessen auf die Tatsache, dass die diplomatischen Kanäle offen bleiben und die Spannungen abnehmen könnten», kommentierte Ricardo Evangelista, Analyst bei ActivTrades.
Er erwartet, dass der Ölpreis zunächst auf dem aktuellen Niveau verharren dürfte. Die Energiepreisentwicklung dürfte aber weitere Aufschläge bei Gold verhindern. «Andererseits bietet die 4000-Dollar-Marke weiterhin starke Unterstützung, sodass ein Absinken unter diese Schwelle wahrscheinlich erneute Kaufaktivitäten auslösen dürfte.»
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist der Goldpreis deutlich gefallen. Steigende Ölpreise hatten die Erwartung geschürt, dass die Notenbanken ihre Leitzinsen anheben dürften. Wenn die Inflationserwartungen steigen und damit verbunden die Erwartungen an Zinserhöhungen, dämpft das in der Regel die Nachfrage nach dem Edelmetall, das keine Marktzinsen abwirft. Ende Juni war der Goldpreis zeitweise unter 4000 Dollar gefallen, nachdem der Preis im Januar noch ein Rekordhoch bei knapp 5600 Dollar erreicht hatte.
(AWP)

