Der Höhenflug von Gold kennt derzeit kein Halten. Und somit war es nur eine Frage der Zeit, bis die nächste gewichtige Marke fiel. Nun hat die Feinunze erstmals die Schwelle von 5000 Dollar überschritten.

Am frühen Montagmorgen kostete die Feinunze 5064 US-Dollar, das neue Rekordhoch liegt gar bei 5091 Dollar. Dies entspricht einem Kilopreis von 127'000 Franken.

Seit Monaten geht der Preis quasi ungebremst nach oben. Allein 2025 erzielte der Goldpreis ein Plus von rund 65 Prozent und damit so viel wie zuletzt 1979. Seit Jahresbeginn stehen zudem schon wieder Gewinne von 17 Prozent zu Buche.

Geopolitik treibt in sichere Häfen

Aktuell sind es insbesondere die geopolitischen Risiken, die Anleger in den sicheren Hafen Gold treiben. Allen voran der von den USA losgetretene Zank um Grönland und die Ambitionen von Donald Trump treiben Politikern und Investoren weltweit Sorgenfalten auf die Stirn. Permanent neue Zoll-Drohungen und damit ein erneutes Aufflammen der Handelsstreitigkeiten sorgen für starke Nachfrage beim Edelmetall Nummer 1.

Auch wenn es in der vergangenen Woche zu einer relativen Beruhigung am WEF in Davos kam, da Donald Trump seine Drohungen mit neuen Zöllen zurücknahm, hat dies den Anstieg des Goldpreises nicht gestoppt. Vielmehr reagieren die Kurse weiterhin empfindlich auf geopolitische Entwicklungen in der Ukraine, im Gazastreifen oder im Iran.

Zudem schaffen die häufigen Kehrtwenden der US-Regierung ein Klima der Unsicherheit in den Vereinigten Staaten und lenken die Anleger vom Dollar und von Staatsanleihen ab, die normalerweise als konkurrierende sichere Häfen zum Gold gelten.

Fed-Diskussion stützt Gold ebenfalls

Aber auch die nicht abreissenden Diskussionen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed und die mögliche Einflussnahme von Trump auf die künftige Geldpolitik tragen zur Gold-Hauses bei. Denn dadurch wird der Dollar geschwächt, seine Rolle als Weltleitwährung immer stärker in Frage gestellt. Dies spielt Gold ebenfalls in die Hände. Nicht nur durch den schwachen Dollarkurs, sondern insbesondere als Alternative für Investoren und auch für Zentralbanken zur Absicherung.

Erste Analysten legen nun die Latte weiter nach oben. So erhöhten die Experten von Goldman Sachs erst am Donnerstag ihre Prognose für den Goldpreis für Ende 2026 auf 5400 Dollar je Feinunze.

Silber überspringt 100-Dollar-Marke

Der Silberpreis zog ebenfalls zuletzt weiter deutlich an und übersprang am Freitag erstmals die Marke von 100 US-Dollar. Aktuell kostet der kleine Bruder von Gold knapp 107 Dollar pro Unze, in der Spitze im asiatischen Handel waren es über 109 Dollar. Silber ist ein wichtiges Industriemetall, das für zahlreiche Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird.

(AWP/Reuters)