Hintergrund sind schwache US-Arbeitsmarktdaten, die die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank in diesem Jahr zur Bekämpfung der Inflation verringert haben.

Am Freitagmorgen kostete die Unze Gold zeitweise rund 4195 Dollar und damit 1,8 Prozent mehr als am Vorabend. Am Donnerstag war die Notierung um 2,3 Prozent gestiegen und hatte damit den stärksten Anstieg seit drei Wochen gezeigt.

Das Beschäftigungswachstum in den USA hat sich im Juni deutlich verlangsamt. Das deutet darauf hin, dass der Arbeitsmarkt trotz Anzeichen von Stärke in den vergangenen Monaten weiterhin vor Herausforderungen steht. Die Daten verringern den Druck auf die Fed, die Zinsen bei ihrer nächsten Sitzung im Juli anzuheben. Erwartungen steigender Finanzierungskosten belasteten das zinslose Gold zuletzt.

Anleger haben ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung zurückgenommen. Der Swap-Markt preist für die nächste Fed-Sitzung inzwischen nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 18 Prozent ein. Anfang der Woche lag sie noch bei einem Drittel.

«Niedrigere Energiepreise und ein schwächeres Beschäftigungswachstum deuten darauf hin, dass der Inflationsdruck in den kommenden Monaten wahrscheinlich nachlassen wird», schrieb Bart Melek, Leiter der globalen Rohstoffstrategie bei TD Securities, in einer Mitteilung.

Die gesunkenen Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed hätten Händler wahrscheinlich dazu veranlasst, zuvor aufgebaute Short-Positionen in Gold einzudecken. Zugleich habe der Anreiz abgenommen, Long-Positionen aufzulösen. Das erkläre wahrscheinlich die Goldrally der vergangenen Tage.

«Wir glauben, dass Gold voraussichtlich nur bis zum Widerstand bei 4280 Dollar je Unze steigen wird», so Melek. TD erwarte wegen anhaltenden Inflationsdrucks zudem nicht, dass Gold das Kursziel von 5300 Dollar vor dem kommenden Jahr erreichen werde.

(Bloomberg)

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