Die Aktien von Barry Callebaut verlieren am Montag im Vormittagshandel 0,63 Prozent auf 1'410 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am SPI 0,21 Prozent auf 18'677,5 Punkte hinzugewinnt. Trotzdem verbucht der Zürcher Schokoladenhersteller seit Jahresbeginn ein Kursplus von 8,65 Prozent. Seit 52 Wochen hat die Aktie sogar um 43 Prozent an Wert gewonnen und performt damit deutlich besser als der Markt, der 2,3 Prozent respektive 11,5 Prozent hinzugewonnen hat.
Am Montag dürften bei Barry Callebaut vor allem die gemeldeten und veröffentlichten Managementtransaktionen von vergangener Woche eine Rolle spielen. Am Donnerstag und Freitag wurden zwei Verkäufe von Namenaktien von einem nicht-exekutiven Verwaltungsratsmitglied gemeldet, im Wert von insgesamt 13,5 Millionen Franken, wie aus der Datenbank der Regulierungsstelle der Schweizer Börse SER hervorgeht.
Bei der ersten Transaktion wurden 5'405 Aktien zu rund 7,5 Millionen Franken und bei der zweiten 4'260 Aktien zu 6,0 Millionen Franken verkauft. Der Ausübungspreis lag bei 1'382 beziehungsweise 1'411 Franken. Das macht nur einen Bruchteil des aktuellen Börsenwertes von 7,7 Milliarden Franken aus.
Da keine Gründe für den Aktienhandel angegeben wurden, führt dies zu Spekulationen über die Managementtransaktionen. Diese können zu übertriebenen Ansichten über die Aktie führen - im positiven wie auch im negativen Fall. Aus dem Markt ist zu vernehmen, dass die Aktie aufgrund von Spekulationen über eine Dekotierung oder eine Abspaltung des Kakao-Geschäfts übers Ziel hinausgeschossen sei. Die Titelverkäufe weckten nun Zweifel an diesen Spekulationen.
Wie die Berner Kantonalbank in einem Bericht schreibt und Daten von Bloomberg zeigen, dürfte laut dem jüngsten Geschäftsbericht 2024/25 jedoch nur Verwaltungsrat Nicolas Jacobs als Verkäufer in Frage kommen. Per Ende August 2025 hielt er persönlich rund 24'000 Aktien. Jedoch ist er über die Jacobs Investment 2 AG noch indirekt am Unternehmen beteiligt. Diese hält gut 30 Prozent an Barry Callebaut.
Obwohl die Managementtransaktionen nicht als Grundlage für eine umfassende Handelsstrategie dienen sollten, sollten sie bei einer Gesamtbetrachtung auch nicht vernachlässigt werden.
Managementtransaktionen müssen gemäss den Regeln der SIX gemeldet und veröffentlicht werden.
(cash)
