Mitglieder des Accelleron-Managements haben in den vergangenen Tagen zwei Aktienpakete im Wert von insgesamt 1,32 Millionen Franken des von ihnen geleiteten Technologieunternehmens verkauft. Das geht aus den aktuellen Angaben in der Datenbank der Börsenaufsicht SIX Exchange Regulation (SER) hervor.
Die beiden Management-Transaktionen belaufen sich je auf über 600’000 Franken. Seit dem Börsengang im Oktober 2022 hatten Mitglieder der Geschäftsleitung oder des Verwaltungsrates noch nie in diesem Umfang Titel des Unternehmens verkauft, dessen Zügel sie in den eigenen Händen halten.
Nicht alle Unternehmen geben die Gründe solcher Management-Käufe oder -Verkäufe bekannt, wenn sie danach gefragt werden. Auf Anfrage von cash.ch teilt Mediensprecher Sandro Hofer jedoch mit, die jüngsten Management‑Transaktionen von Mitgliedern der Geschäftsleitung seien «persönliche Vermögens‑ und Portfolioplanungsentscheide» und stünden «in keinem Zusammenhang mit der operativen Entwicklung oder dem Ausblick von Accelleron».
Aktie auf Rekordniveau
Die genannten persönlichen Entscheide werden in der Antwort von Accelleron nicht weiter konkretisiert. Klar und aufschlussreich ist hingegen der Hinweis auf den fehlenden Zusammenhang zu Geschäftsgang und Ausblick des in Baden ansässigen Konzerns.
Da es diesen Konnex offenbar nicht gibt, sind die Titel-Verkäufe nicht als Zeichen der Skepsis gegenüber Accelleron auffassbar. Eine solche Misstrauensäusserung stünde denn auch im Widerspruch zur Mitte März erfolgten Jahresberichterstattung 2025, die in puncto Umsatz und Gewinn über den Erwartungen lag und auch mit dem Ausblick für das Jahr 2026 überzeugt hat.
Positiv wertete die Zürcher Kantonalbank (ZKB) zudem «die wesentliche Steigerung des freien Cashflows». Dieser erlaube eine deutliche Erhöhung der Dividende sowie die Lancierung des ersten Aktienrückkaufprogramms, schrieb der zuständige ZKB-Analyst in seiner Notiz zur Zahlenvorlage von Mitte März.
Indes wird die Top-Führungskraft, die in den letzten Tagen Accelleron-Aktien verkauft haben, einen Teil der seither erzielten Kursgewinne verpasst haben. Denn geht man von den Fristen aus, die zur Meldung einer Management-Transaktion gelten, so werden die Veräusserungen in den ersten April-Tagen geschehen sein. Seither hat die Aktie des Turboladerherstellers etwas mehr als 7 Prozent zugelegt.
Momentan stehen die Titel bei rund 80 Franken, damit nahe einem Rekordhoch und über dem Konsens zum Kursziel: Die von AWP erfassten Analysten sehen den Preis je Aktie bei 72 Franken. Dieser Kurs bedeutet einen Rückfall gegenüber der aktuellen Notierung um 10 Prozent. Dennoch werden Anleger, die schon lange in Accelleron investiert sind, einen Kursgewinn verbuchen, sollte die Aktie tatsächlich auf 72 Franken zurückfallen. Denn seit Mitte 2025 ist sie um gut 70 Prozent gestiegen.
Ferner stufen die meisten Experten Accelleron mit «Halten» ein. Gemessen daran können Anleger vorderhand Abwarten. Sie brauchen weder zuzukaufen noch dem Accelleron-Manager zu folgen und zu verkaufen.
Weiterer Zukauf der Partners Group-Manager
Zu einer Management-Transaktion kam es jüngst auch bei der Partners Group. Ein Mitglied der Geschäftsleitung hat Aktien des Privatmarktspezialisten im Umfang von 1,12 Millionen Franken erworben, wie die SER-Meldung vom Mittwoch besagt.
Zukäufe in dieser Grössenordnung sind bei dem in Baar beheimateten Unternehmen nicht aussergewöhnlich. Allein für den April enthält die Datenbank der Börsenaufsicht Meldungen zu drei ähnlichen Transaktionen.

