Handelsempfehlung - Wird der Silberpreis bald um 16 Prozent ansteigen?

Zuerst nur fürs Gold, erwärmt sich die Bank Julius Bär neuerdings auch fürs Silber und sagt dem Edelmetall eine kräftige Erholung voraus. Allerdings eigne sich Silber nur für risikofreudige Anleger, so schreibt sie.
14.09.2018 08:32
Von Lorenz Burkhalter
Silberbarren mit einem Gewicht von jeweils einem Kilogramm.
Silberbarren mit einem Gewicht von jeweils einem Kilogramm.
Bild: Bloomberg

Der Preiszerfall beim Silber bescherte Anlegern in den vergangenen Monaten bittere Verluste. Eine Unze des Edelmetalls kostete zuletzt zeitweise weniger als 14 Dollar. Das sind gut 15 Prozent weniger als noch Mitte Juni und entspricht dem tiefsten Stand seit Februar 2016.

Noch ernüchternder präsentiert sich die Bilanz, stellt man die Preisentwicklung des Silbers jener des Golds gegenüber. Im Vergleich zum Gold ist Silber so günstig zu haben wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Das überrascht, findet Silber - anders als Gold - doch auch in der Industrie Verwendung. Dadurch müsste das Edelmetall eigentlich vom weltweiten Wirtschaftsaufschwung profitieren können.

Es winken bis zu 16 Prozent

Nicht nur der gegenüber dem Gold sondern auch im langjährigen Vergleich tiefe Stand des Silberpreises ruft nun die Bank Julius Bär auf den Plan. Sie rät risikofreudigen und handelsorientierten Anlegern neuerdings kurzfristig zum Kauf des Edelmetalls. Dabei wird auch auf die rekordhohen ausstehenden Wetten gegen Silber über Rohstoff-Futures hingewiesen.

Preisentwicklung für eine Unze Silber über die letzten zwei Jahre (Quelle: www.cash.ch)

Die Zürcher Bank sieht den Unzenpreis über die kommenden drei Monate auf 16,50 Dollar klettern. Aus heutiger Sicht entspräche das immerhin einem Aufwärtspotenzial von fast 16 Prozent. Es ist noch nicht lange her - nämlich Ende Juni - dass eine Unze Silber 16,50 Dollar kostete.

Kurzfristig Silber, längerfristig Gold

Julius Bär empfiehlt Anlegern, bei 13,10 Dollar eine sogenannte Stop-Loss-Limite zu setzen. Sollte der Unzenpreis unter diese Limite fallen, würden die Handelspositionen automatisch wieder verkauft.

Seit Wochen Wochen rät Julius Bär auch beim Gold zum Einstieg (cash berichtete). Allerdings will die Zürcher Bank verstanden wissen, dass ihre Kaufempfehlung für Silber ausschliesslich kurzfristigen Charakter hat und sich nur für risikobewusste Anleger eignet.

Das dürfte vor allem einen Grund haben: Der Preis für Silber unterliegt deutlich stärkeren Schwankungen als der Goldpreis. Ein Blick über die vergangenen zwei Jahre veranschaulicht das ziemlich eindrücklich. Denn während sich der Preis für eine Unze Gold in einer Bandbreite von 1123 und 1375 Dollar bewegte, lag die Bandbreite beim Silber gar zwischen 13,90 und 20,10 Dollar.