Die Helvetische Bank hat ihre Favoritenliste für Schweizer Small- und Mid-Cap-Aktien angepasst. Neu erhalten Dätwyler, LEM und Komax einen Platz auf der Empfehlungsliste «HB Swiss Equity Investment Propositions». Obwohl die drei Unternehmen in sehr unterschiedlichen Industrien tätig sind, profitieren alle von einer anziehenden Geschäftsdynamik, welche die Auslastung der Produktionskapazitäten bis Ende nächstes Jahr erhöhen sollte, schreibt die Zürcher Bank. Dies dürfte bei allen einen positiven Effekt auf den operativen Hebel und damit auf die Margen haben.
Bei Dätwyler wirken gleich drei Margenhebel: das Kostenprogramm «ForwardNow», die Verschiebung des Produktmixes Richtung Healthcare und der steigende Anteil an High-Value-Produkten. Dabei sind die Healthcare-Werke erst zu rund 60 Prozent ausgelastet. Im bisherigen Jahresverlauf haben die Dätwyler-Aktien allerdings fast 22 Prozent an Wert eingebüsst und notieren auf einem 15-Monats-Tief. Die Bewertung gemäss Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt sogar nahe einem 3-Jahres-Tief.
LEM wiederum profitiert seit zwei Quartalen von einer neuen Nachfrage aus dem Geschäft mit Rechenzentren. Aufgrund einer tiefen Kostenbasis ist die operative Marge (EBIT) im ersten Quartal 2026/27 auf 14,6 Prozent hochgeschnellt - nach 5,5 Prozent im Vorjahr. Laut Helvetischer Bank bietet die Prüfung strategischer Optionen zusätzliche Fantasie im Markt. Die LEM-Titel gehören deshalb - wenig überraschend - zu den Besten am Schweizer Markt. Seit Jahresbeginn haben sie über 132 Prozent zugelegt. Seit dem 17-Jahres-Tief im April sogar über 160 Prozent.
Bei Komax trifft schliesslich eine seit dem Jahr 2024 um über 25 Millionen Franken gesenkte Kostenbasis ebenfalls auf wieder steigende Aufträge. Im ersten Halbjahr 2026 betrug der Anstieg der Aufträge 12,2 Prozent, das «Book-to-Bill»-Verhältnis lag bei 114 Prozent. Die Helvetische Bank rechnet deshalb in diesem und im nächsten Jahr mit einer überproportionalen Gewinnerholung. Bei Komax war die Kursentwicklung durchmischt: Nachdem die Aktie im Jahresverlauf bis Juli fast 40 Prozent an Wert verlor, liegt sie nun fast 30 Prozent über dem Stand von Anfang Jahr.
Diese drei Titel haben das Nachsehen
Nach einer sehr guten Kursentwicklung von über 31 Prozent seit dem letzten Update im Juni 2026 streicht die Helvetische Bank Bossard von der Favoritenliste. Ebenfalls werden Metall Zug und Mikron entfernt.
Metall Zug ist zwar weiterhin moderat bewertet, das Finanzinstitut empfiehlt aber einen Wechsel zu Komax, an der Metall Zug eine Beteiligung von rund 25 Prozent hält. Dort wird ein stärkeres Aufwärtspotenzial prognostiziert.
Bei Mikron sieht die Helvetische Bank auf die nächsten zwölf Monate keinen nennenswerten Kurstreiber, der eine Neubewertung auslösen könnte. Die Mikron-Aktien haben seit Jahresbeginn über ein Viertel an Wert verloren, seit dem Juni-Update der Helvetischen Bank etwa 10 Prozent.

