«Die strukturell hohen Verteidigungsausgaben in Deutschland und Europa füllen weiter unsere Auftragsbücher. Das schlägt sich jetzt zunehmend auch im Umsatz nieder», erklärte Vorstandschef Oliver Dörre am Donnerstag zur Neunmonatsbilanz. Er erwartet nun einen Jahresumsatz von rund 2,8 Milliarden Euro statt der bisher in Aussicht gestellten 2,75 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite (bereinigte Ebitda-Marge) soll nun am oberen Ende der bisher erwarteten Spanne von 18,5 bis 19,0 Prozent liegen.
Der Auftragseingang von Januar bis September lag mit 3,56 Milliarden Euro 77 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Darunter waren Eurofighter-Radare sowie Grossaufträge für die Zielerfassungssysteme des Schützenpanzers Puma und des Radpanzers Schakal. Damit hat das Orderbuch des Optronik- und Sensor-Spezialisten aus Taufkirchen bei München nun ein Volumen von 10,37 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand auf Rekordniveau gebe dem MDax-Konzern die Planungssicherheit, Technologie und Kapazitäten auszubauen, erklärte Finanzvorstand Christian Ladurner.
Der Umsatz wuchs um 21 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro. Noch stärker legte der Betriebsgewinn zu. Das bereinigte Ebitda kletterte um 33 Prozent auf 281 Millionen Euro. Ladurner führte dies auf Skaleneffekte und ein diszipliniertes Kostenmanagement zurück. Operativ flossen noch 104 Millionen Euro ab nach 119 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum (bereinigter Free Cashflow). Normalerweise gehen Rüstungsunternehmen in Vorleistung, ehe die erreichten Meilensteine im vierten Quartal Zahlungen der Auftraggeber auslösen. Weil Hensoldt seit einiger Zeit höhere Anzahlungen verlangt, lag der bereinigte Free Cashflow im dritten Quartal mit 32 Millionen Euro im positiven Bereich.
(Reuters)

