Die Aktien von Zurich Insurance notieren am Dienstag unverändert bei 620 Franken und bewegen sich damit weniger als ein Prozent unter dem vor 15 Monaten erreichten Zwischenhoch von 624,80 Franken. Wird dieses durchbrochen, würden die Valoren auf den höchsten Stand seit Januar 2001 vorstossen. 

Am Dienstag traten die Analysten der Royal Bank of Canada (RBC) auf den Plan und nahmen die Versicherungsvaloren mit einem Rating «Outperform» wieder auf. Den fairen Wert des Titels sehen die RBC-Experten bei 670 Franken.

Der RBC-Analyst Ben Cohen lobt die Entwicklung des Versicherungskonzerns in den vergangenen zehn Jahren. Zurich Insurance stehe heute hervorragend da – kapitaleffizient und mit einer hohen Rendite auf das eingesetzte Kapital. Das Unternehmen punktete auf ganzer Linie.

Es sei die globale Nummer zwei bei gewerblichen Sach- und Unfallversicherungen, erziele Spitzenmargen im Lebensversicherungsbereich und profitiere vom starken US-Geschäft mit Farmers, so Cohen von RBC weiter.

Der Zukauf des britischen Spezialversicherers Beazley sei ein weiterer kluger Schachzug, der Margen und Marktanteile ausbauen dürfte. Ein gewisser Aufschlag beim Aktienkurs sei daher absolut gerechtfertigt, meint der RBC-Experte weiter. Vor allem ein besseres Geschäftsumfeld in den USA könnte die Gewinne von Zurich Insurance in Zukunft noch einmal kräftig ankurbeln.

Beazley-Übernahme weckt Fantasie

Eine auf die mittelfristige Sicht bezogene und klare Meinung hat auch der Analyst Michael Huttner von Berenberg. Sein Anlageurteil zu Zurich Insurance lautet ebenfalls «Buy», sieht den Kurs aber noch deutlich höher mit 902 Franken. Das ist das höchste aller Kursziele im Markt. Daraus errechnet sich ein Gewinnpotenzial von gut 45 Prozent.

Der Berenberg-Experte begründete seine positive Einschätzung unter anderem mit der Übernahme des britischen Spezialversicherers Beazley. Von dieser werde ein positiver Effekt auf den Gewinn je Aktie ausgehen. Auch das Geschäftsmodell und die Bewertung des Versicherungskonzerns seien sehr attraktiv. Zudem verwies Huttner von Berenberg auf die starke Solvenzquote im ersten Quartal von 265 Prozent.

Insgesamt stehen bei Zurich sieben Ratings «Kaufen», sieben «Halten» und sechs «Verkaufen» gegenüber. Das durchschnittliche Kursziel beläuft sich gemäss AWP-Analyser auf 583 Franken.

Ein Grund, weshalb es für die Aktien der Zurich Insurance nicht zu einem höheren Kursziel reicht, dürfte dem relativ hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) geschuldet sein. Das prognostizierte KGV von 14 liegt basierend auf den Daten des Markerscreeners deutlich über dem europäischen Branchendurchschnitt von 11.

Mit einer vorwärtsgerichteten Dividendenrendite von 5,0 Prozent überzeugt Zurich Insurance weiterhin. Diese kann sich auch im Konkurrenzvergleich sehen lassen - mehr dazu hier

Thomas Daniel Marti
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