Die Valoren der Partners Group gingen am Donnerstag mit einem Abschlag von 5,2 Prozent aus dem Handel, nachdem der Titel in den vergangenen 52 Wochen bereits 34,6 Prozent nachgab. 

Allerdings waren nicht Ängste bezüglich neuer KI-Applikationen der Auslöser für die Kursverluste am Donnerstag. Die Verkaufswelle wurde nach der Eröffnung der US-Börsen losgetreten, nachdem die US-Konkurrenz mit Kursabschlägen von 5 bis 11 Prozent in den amerikanischen Handel startete. Während sich Blackrock (-1,0 Prozent) und KKR (-1,9 Prozent) zum Handelsschluss erholt zeigten, gingen Blackstone (-5,4 Prozent) und Blue Owl (-5,9 Prozent) mit deutlichen Kursverlusten aus dem Handel. 

Zu den Abgaben kam es, weil Blue Owl bei einem «Private Credit»-Fund, in welchem hauptsächlich Privatanleger engagiert sind, die Rücknahmen ausgesetzt hat. Ferner wurde in den letzten Tagen bekannt, dass Blue Owl eine sogenannte «Credit Loan Obligation», kurz CLO, an eine nahestehende Firma verkauft hatte. Das kam am Markt nicht gut an, weil die Transparenz bei dieser Transaktion von Experten als mangelhaft eingeschätzt wurde. 

Private Credit wird oft auch als «Private Debt» bezeichnet und beschreibt die Kreditvergabe an Unternehmen durch Nicht-Banken. Im Gegensatz zu klassischen Bankkrediten oder öffentlich gehandelten Unternehmensanleihen werden diese Kredite von spezialisierten Investmentfonds, Private-Equity-Firmen wie KKR, Blackrock, Blackstone und Partners Group oder auf Private Credit spezialisierten Firmen wie Oaktree oder Apollo vergeben und nicht an den öffentlichen Börsen gehandelt.

Diese Kredite werden oftmals in Anlagevehikeln gebündelt, die hernach bei reichen Privatanlegern, institutionellen Anlegern oder auch Versicherungen platziert werden. Die Private-Equity-Firmen erzielen mit Private Credit Gebührenerträge, die höher sind als bei klassischen Bankdienstleistungen wie dem Aktienhandel. 

Wie der Zuger Finanzdienstleister gegenüber cash.ch vor Börseneröffnung mitteilte, besteht dieses spezifische Problem nur bei Blue Owl isoliert und betrifft die Partners Group nicht. Der Titel setzt am Freitag zu einer Gegenbewegung nach oben an und eröffnen 1,5 Prozent höher. 

Thomas Daniel Marti
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