Im Rally-Modus ins lange Wochenende - so lautete anscheinend das Motto der Logitech-Investoren am vergangenen Freitag und vor dem Pfingstfest.

Sie griffen so kräftig zu, dass die Aktien des Computerzubehör-Herstellers um 6,23 Prozent auf 87,36 Franken und damit auf den höchsten Stand seit Mitte Dezember 2025 angezogen haben.

Zum Vergleich: Der Swiss Market Index (SMI) verbesserte sich am Freitag um 0,42 Prozent; er war demnach zwar nicht per se schwach, aber doch markant schwächer als die Logitech-Valoren.

Gründe für das zügige Vorankommen des in Lausanne ansässigen Konzerns an der Schweizer Börse gab es hinreichend. Die Stimmung im Technologie-Sektor war wiederum sehr positiv, und dies offenbar nicht ohne Anlass: «Die Themen Künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter bleiben die massgeblichen Zugpferde», notierte Andreas Lipkow, Marktanalyst beim Broker CMC Markets.

Der Nasdaq 100 machte zum Abschluss der vergangenen Handelswoche 0,42 Prozent gut, womit es dem technologiedominierten US-Index fast zu einem neuen Rekordstand gereicht hatte. Obenaus schwangen die Aktien von Qualcomm, sie gingen mit einem 11,6-prozentigen Plus aus dem Handel.

In Europa machten die Titel von ASML rund 4,7 Prozent und jene von Infineon knapp 8 Prozent vorwärts. Beide Aktien zogen am Pfingstmontag, an dem die Börsen in Europa geöffnet waren, weiter an.

Ausserdem hatte der PC-Hersteller Lenovo noch vor dem Wochenende zum vierten Quartal beziehungsweise zum Geschäftsjahr 2025/26 berichtet. Das Zahlenwerk überzeugte derart, dass die Lenovo-Titel um knapp 20 Prozent zugelegt haben. Auch Dell stach an der Börse heraus - plus 17 Prozent.

Getragen wurde die robuste Entwicklung der Börsen und besonders der Technologie-Werte von ermutigenden Nachrichten aus dem Nahen Osten. Hoffnungen auf eine bald geschaffene Friedenslösung zwischen den USA und dem ​Iran liessen die Aktienmärkte steigen.

Diese Hoffnungen hielten bis am Pfingstmontagabend an. Entsprechend gingen der Euro-Stoxx-50-Index sowie der deutsche Leitindex Dax rund 2 Prozent höher aus dem Handel. Doch schon in der Nacht auf Dienstag schwanden die Aussichten auf ein Ende des Nah-Ost-Konflikts wieder, da die USA militärische Ziele im Süden des Iran angriffen.

Unterdessen gab der Schweizer Aktienmarkt im vorbörslichen Handel um 0,4 Prozent nach. Das sind schwache Vorgaben für den Handel der Logitech-Aktien nach der Eröffnung am Dienstag.

Mittelfristig haben sie allerdings gute Chancen. Der Konsens der von AWP erfassten Analysten sieht das Kursziel bei 94,90 Franken. Das sind 8,63 Prozent mehr als der Schlusskurs am Freitag. Unterstrichen werden die guten Aussichten von den Anlageurteilen: Sechs Analysten sagen «Kaufen», vier sind «Neutral», keiner empfiehlt «Verkaufen».

Reto Zanettin
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