Frühestens im Juni des nächsten Jahres wird nun mit einer Zinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gerechnet. Denn einige Ökonomen, die noch mit steigenden Kreditkosten bereits in diesem Jahr gerechnet hatten, erwarten jetzt erst 2027 eine Zinserhöhung, wie aus einer monatlichen Bloomberg-Umfrage hervorgeht. Eine Mehrheit der Befragten geht von einer ersten Zinserhöhung erst Anfang 2028 aus.

Dieser Perspektivenwechsel folgt einem Bericht von Bloomberg, demzufolge die SNB derzeit davon ausgeht, dass der Leitzins bis Ende 2027 bei null Prozent bleibt und erst dann voraussichtlich steigt.

Die SNB hatte ihren Leitzins im vergangenen Jahr aufgrund der schwachen Inflation und des starken Frankens auf null Prozent gesenkt. Seitdem hat sich das Preiswachstum leicht auf 0,4 Prozent beschleunigt, während der Frankenkurs auf einem ähnlichen Niveau notiert. Die Zentralbank hat einen vorübergehenden Anstieg des Frankens durch angedrohte und durchgeführte Marktinterventionen abgefedert und die Kreditkosten unverändert gelassen.

Maxime Botteron, Ökonom bei der UBS, nannte positive Impulse für das Schweizer Wirtschaftswachstum aus der Eurozone als einen Grund dafür, dass die SNB voraussichtlich im Juni mit Zinserhöhungen beginnen wird. «Bei einer Inflation unter 1 Prozent und einem BIP-Wachstum unterhalb des Potenzials erscheint eine leicht expansive Geldpolitik angemessen», sagte er. «Eine stärkere Nachfrage aus der Eurozone dürfte das BIP-Wachstum jedoch bis 2027 wieder dem Trend annähern und somit eine schrittweise Normalisierung der Geldpolitik im Laufe des nächsten Jahres rechtfertigen.»

Eine erste Schätzung des Wirtschaftswachstums der Schweiz im zweiten Quartal wird am Freitag erwartet. Die meisten Analysten rechnen mit einer leichten Verlangsamung auf 0,3 Prozent nach 0,4 Prozent zu Jahresbeginn.

(Bloomberg/cash)

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